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Blog ISO 50001 Inhaltsverzeichnis.

Die ISO 50001

wurde erstmals im Jahr 2011 veröffentlicht und dient als Grundlage für den Aufbau eines umfassenden Energiemanagementsystems. Die aktuelle, im August 2018 erschienene Version ist ISO 50001:2018. Die Norm basiert auf dem PDCA-Zyklus sowie auf der High Level Structure. Energiemanagement lässt sich daher leicht in bestehende Managementsysteme integrieren. Sie zielt auf die fortlaufende Verbesserung der energiebezogenen Leistung Ihres Unternehmens mit Schwerpunkt auf die energetische Bewertung und Einführung eines Energieplanungsprozesses. Die wichtigsten Voraussetzungen für erfolgreiches Energiemanagement: systematisches Erfassen der Energieströme, Aufstellen von Energiezielen und Aktionsplänen sowie detaillierte und geeignete Überwachungsmechanismen. Die Umsetzung rechtlicher Anforderungen bringt zusätzliche Handlungssicherheit.

Ziel eines Energiemanagementsystems nach ISO 50001 ist die kontinuierliche Verbesserung der energiebezogenen Leistung („energy performance“) eines Unternehmens. Der Standard beschreibt die Anforderungen an ein Unternehmen, um ein Energiemanagementsystem einzuführen, zu betreiben und kontinuierlich zu optimieren. Gelingt die Umsetzung dieses systematischen Ansatzes, verbessert ein Unternehmen seine energiebezogene Leistung, erhöht seine Energieeffizienz und optimiert gleichzeitig seine Energienutzung.

Ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 ist grundsätzlich in allen Unternehmen, unabhängig von Größe und Branche, möglich. Dabei können Unternehmen selbst entscheiden, ob sie das Energiemanagementsystem als eigenständiges Managementsystem einführen oder in ein bestehendes Managementsystem integrieren. Zahlreiche Unternehmen setzen beispielsweise ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 oder ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 ein.

Die Linkstruktur unseres Energiemanagement-Blogs:

Teil 1: Gründe und Vorteile zur Einführung eines Energiemanagementsystems.
Teil 1.1: Energiemanagement-Förderung
Teil 1.2 Energiepolitik
Teil 2: Schritte zur Einführung eines Energiemanagementsystems.
Teil 2.1: Der Energiemanager
Teil 2.2: Der PDCA-Zyklus im Energiemanagement
Teil 2.3: Energetische Bewertung und energetische Ausgangsbasis
Teil 3: Festlegung der Bilanzgrenzen.
Teil 3.1: Der Energiebewertungsplan
Teil 4: Dokumentation eines Energiemanagementsystems.
Anhang Abkürzungsverzeichnis
Anhang Energiemanagement-Lexikon

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Energetische Bewertung und Ausgangsbasis (2.3)

1.1 Energetische Bewertung

Die Grundlage sämtlicher Aktivitäten des Energiemanagements ist die detaillierte energetische Bestandsaufnahme. Es muss eine detaillierte Übersicht über die betriebseigenen Energieströme und die wesentlichern Einsatzbereiche im Unternehmen dokumentiert werden. Die ISO 50001 beschreibt die energetische Bewertung als einen Prozess der Bestimmung und Bewertung des Energieeinsatzes, der dazu dient, Bereiche mit signifikanten Energieeinsatz zu definieren und die Möglichkeiten zur Verbesserung der energiebezogenen Leistung zu bestimmen. Die energetische Bewertung bildet die Grundlage für die weiteren Schritte im Energieplanungsprozess. Sie bildet den aktuelle Stand und die wesentlichen Entwicklungen aus der Vergangenheit wieder. Anhand dessen, können auch die strategischen Ziele formuliert werden. Gemäß der ISO 50001 sollen in die energetische Bewertung die folgenden Parameter einfließen:

  • Analyse des Energieeinsatzes
  • Analyse des Energieverbrauchs
  • Ermittlung der Bereiche mit wesentlichem Energieeinsatz und wesentlichem Energieverbrauch
  • Ermittlung des Personals mit dem größten Einfluss auf den Energieverbrauch
  • Ermittlung der Möglichkeiten für die Verbesserung der energiebezogenen Leistung

Für die Datenaufnahme des Energieverbrauchs sind geeignete Messmittel zu wählen. Dabei gilt der Grundsatz: „Je höher der Verbrauch, desto feiner sollte die Messung sein; und je detaillierter die Messung, desto leichter können Einsparpotenziale aufgedeckt werden.“ Hier nochmal kurz die Schritte zur Durchführung einer energetischen Bewertung:

  1. Energieeinsatzerfassung
  2. Energieverbrauchsmessung
  3. Ermittlung der wesentlichen Energieeinsatzbereiche
  4. Datenanalyse und Bewertung
  5. Effizienzmaßnahmen

1.2 Energetische Ausgangsbasis

Die energetische Ausgangsbasis ist ein Referenzwert, der zum Vergleich zukünftiger Werte der energiebezogenen Leistung unterschiedlicher Zeiträume, herangezogen wird. Sie kann zur Bewertung von Energieeffizienzmaßnahmen dienen, da Sie Hinweise auf Einflüsse von Variablen aufzeigt. Die Abstellmaßnahmen von ungünstigen Variablen spiegelt sich dann ggf. positiv im darauffolgenden Zeitraum wieder. Die energetische Ausgangsbasis sollte deshalb Daten aus einem möglichst aussagefähigen Zeitraum beinhalten. Sie sollte bei Veränderungen an Prozessen oder Anlagen angepasst werden.

1.3 Energieleistungskennzahlen
Für die ständige Überwachung und Messung der energiebezogenen Leistung werden geeignete quantitative Messgrößen festgelegt. Man spricht hier auch von Energieleistungskennzahlen und werden als quantitatives Maß für die Beschreibung der energetischen Ausgangsbasis genutzt. Bis zu einem gewissen Grad eignen sie sich daher für die Fokussierung von Handlungsbereichen und zur Planung, Steuerung und Kontrolle von Maßnahmen, da sie Veränderungen von Verbräuchen transparent darstellen und Poten-ziale zur Verbesserung der energetischen Leistung sichtbar machen. Genutzt werden die Kennzahlen beispielsweise vom Top-Management für die Festlegung von Zielen und der energetische Bewertungsgrundlage oder vom Energiebeauftragten für die Festlegung spezifischer Leistungsziele.


Teil 1: Gründe und Vorteile zur Einführung eines Energiemanagementsystems.
Teil 1.1: Energiemanagement-Förderung
Teil 1.2 Energiepolitik
Teil 2: Schritte zur Einführung eines Energiemanagementsystems.
Teil 2.1: Der Energiemanager
Teil 2.2: Der PDCA-Zyklus im Energiemanagement
Teil 2.3: Energetische Bewertung und energetische Ausgangsbasis
Teil 3: Festlegung der Bilanzgrenzen.
Teil 3.1: Der Energiebewertungsplan
Teil 4: Dokumentation eines Energiemanagementsystems.
Anhang Abkürzungsverzeichnis
Anhang Energiemanagement-Lexikon

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Der PDCA-Zyklus im Energiemanagement (2.2)

Die Struktur der ISO 50001 orientiert sich am PDCA-Zyklus im Energiemanagement. Durch einen sich dynamisch wiederholenden Regelkreis, soll die energiebezogene Leistung eines Unternehmens kontinuierlich verbessert werden. Es lassen sich die vier Schritte Planung, Umsetzung, Überwachung und Weiterführung identifizieren.

Der PDCA-Zyklus mit Anforderungen aus der ISO 50001.

1. Planung

  • 4.2 Verstehen der Erfordernisse und Erwartungen interessierter Parteien
  • 6.2 Ziele, Energieziele und Planung zu deren Erreichung
  • 6.3 Energetische Bewertung
  • 6.4 Energieleistungskennzahlen
  • 6.5 Energetische Ausgangsbasis
  • 9.1.2 Bewertung der Einhaltung rechtlicher Vorschriften und anderer Anforderungen

Die ISO 50001 fordert, dass, für die organisatorische Ausgestaltung des EnMS, zunächst ein Energieplanungsprozess durchgeführt und dokumentiert wird. Hierfür werden Informationen zusammengetragen, die dem Management zur Zielfestlegung von Energieeinsparmaßnahmen helfen. In der Energieplanung findet zunächst eine energetische Bewertung, eine Berechnung der energetischen Ausgangsbasis, die Festlegung von Energieleistungskennzahlen und die Definition konkreter strategischer und operativer Energieziele statt. Es werden Aktionspläne erstellt, die angeben, welche Aktivitäten zur Erreichung der festgelegten Ziele durchgeführt werden müssen und welche Ressourcen zur Erreichung dieser Ziele benötigt werden. Bei der Energieplanung werden außerdem geltende energierelevante rechtliche Vorschriften und andere Anforderungen berücksichtigt.

1.1 Ermittlung rechtlicher Vorschriften und anderer Anforderungen

Durch die systematische Erfassung aller geltenden rechtlichen Vorschriften und anderer Anforderungen soll sichergestellt werden, dass sich Unternehmen an bestimmte Grundsätze halten und ihrer in der Energiepolitik festgelegten Selbstverpflichtung bezüglich der Einhaltung rechtlicher und sonstiger Anforderungen gerecht werden. Die Anforderungen müssen in einer festgelegten Zeit hinsichtlich ihrer Einhaltung und Aktualität überprüft werden. Hierbei hilft ein Rechtskataster, um die gesetzlichen Anforderungen übersichtlich und strukturiert darzustellen. Im Rechtskataster können die Rechtsvorschriften und Anforderungen, die zu ergreifenden Maßnahmen, die Verantwortlichen, der Prüfstatus sowie die Prüfergebnisse dokumentiert werden. Nach der Planung folgt im PDCA-Zyklus im Energiemanagement die Umsetzung, Überwachung und Weiterführung.

2. Umsetzung

  • 7.2 Kompetenz
  • 7.3 Bewusstsein
  • 7.4 Kommunikation
  • 7.5 Dokumentierte Information
  • 8.1 Betriebliche Planung und Steuerung
  • 8.2 Auslegung
  • 8.3 Beschaffung

3. Überwachung

  • 6.6 Planung der energiebezogenen Datensammlung
  • 9.1 Überwachung, Messung, Analyse und Bewertung der energiebezogenen Leistung und des EnMS
  • 9.1.2 Bewertung der Einhaltung rechtlicher Vorschriften und anderer Anforderungen
  • 9.2 Internes EnMS-Audit
  • 10.1 Nichtkonformität und Korrekturmaßnahmen

4. Weiterführung

  • 9.3 Managementbewertung
  • 10.2 Fortlaufende Verbesserung
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Das kleine Energiemanagement Lexikon

Unser Energiemanagement Lexikon hilft Ihnen die wichtigsten Begriffe rund um das Thema Energiemanagement zu verstehen.

Aktionsplan
Der Aktionsplan ist eine Übersicht aller operativen Energieziele, die zur Erfüllung der Energiepolitik aufgenommen, geprüft und geplant werden.

Amortisationszeiten
Die Amortisationszeiten sind Bestandteil einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und stellen den Zeitraum dar in dem sich eine Investition rentiert. Sollen Energieeffizienzmaßnahmen bewertet werden, so kann über die Amortisationszeiten herausgestellt werden, ab welchem Zeitpunkt die Einsparungen die Investitionen decken. In der Regel bietet jeder Lieferant zu seinem Produkt oder zu seiner Dienstleistung eine Amortisationsrechnung an.

Auditor
Auditoren sind fachlich qualifizierte Personen, die Audits neutral und objektiv gemäß der vorgegebenen Anforderungen durchführen. Der verantwortliche Auditor wird auch Auditleiter genannt – die Auditoren bilden meist ein sogenanntes Auditteam aus 2 Personen.

Bindende Verpflichtungen
Der Begriff bindende Verpflichtungen umfasst im Sinne der novellierten ISO Normen rechtliche Verpflichtungen, sowie andere Verpflichtungen von Behörden, staatlichen Institutionen, Gesetzen, Urteilen oder Aufsichtsbehörden. Darüber hinausgehend können bindende Verpflichtungen auch Anforderungen interessierter Parteien sein wie z.B. Behörden, Kunden, oder freiwillige Umweltverpflichtungen. Dokumentiert werden diese bindenden Verpflichtungen im Rechtskataster.

DIN EN ISO 50001
Die DIN EN ISO 50001 stellt eine internationale Norm für Energiemanagementsysteme dar. Darin enthalten sind die Vorgaben und Anforderungen, die an Energiemanagementsysteme gestellt werden.

Dokumentierte Information
Der Begriff dokumentierte Information beinhaltet in der ISO 9001 und ISO 14001 als Sammelbegriff die dokumentierten Verfahren und Aufzeichnungen. Dokumentierte Informationen umfassen z.B. Vorgabedokumente wie Handbücher, Verfahrensanweisungen, Prozessbeschreibungen, Nachweisdokumente wie Aufzeichnungen von Schulungen und Energieteamsitzungen etc.

Energetische Ausgangsbasis
Die energetische Ausgangbasis ist eine Bezugsgröße im Energiemanagement und stellt den Start- bzw. Basispunkt für Energieanalysen dar. Zur Betrachtung der Entwicklung (Trend) der Energieeffizienz dient die Ausgansbasis als Vergleichsgröße. Die energetische Ausgangsbasis bezieht sich meist auf ein Jahr.

Energetische Bewertung
Die energetische Bewertung stellt eine detaillierte Energieanalyse der Verbraucherstruktur eines Unternehmens mit der Priorisierung von Prozessen und Anlagen für die weitere Maßnahmenplanung dar.

Energiebezogene Leistung
Die energiebezogene Leistung (auch energetische Leistung) ist ein Maß für die Leistung eines Unternehmens energieeffizient zu sein. Dieses stellt sich in Form von nachvollziehbaren, messbaren Ergebnissen im Bereich des Energieverbrauches und der Energieeffizienz dar.

Energieaudits
Energieaudits stellen die objektive Überprüfung von Prozessen, Systemen und Bereichen anhand bestimmter Vorgaben und Anforderungen (z.B. Normvorgaben der ISO 50001) dar. Unterschieden wird zwischen internen und externen Audits durch eine Zertifizierungsgesellschaft (TÜV oder DGQ etc.). Energieaudits werden in der europäischen Norm 16247-1 definiert und stellen die systematische Analyse von Energieverbräuchen, -einsätzen, -effizienzpotenzialen bis hin zur Vorstellung von konkreten Maßnahmen dar.

Energiebezogene Leistung
siehe Energetische Leistung

Energiedienstleistungsgesetz
Das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) stellt die Umsetzung der Europäischen Energieeffizienzrichtlinie in deutsches Recht dar und verpflichtet die meisten Nicht-KMU zur Durchführung eines Energieaudits, der Einführung eines Energiemanagementsystems nach DIN ISO 50001 oder den Nachweis eines Europäisches Umweltmanagements nach EMAS.

Energieeffizienz
Effizienz ist das Bestreben einen bestimmten Nutzen mit dem geringstmöglichen Aufwand zu erzielen. Energieeffizienz im Sinne der ISO 50001 ist der Betrieb von Anlagen und Prozessen unter möglichst geringem Energieeinsatz bei möglichst hohem Output.

Energieeffizienzanalyse
Unter einer Energieeffizienzanalyse versteht man die Untersuchung von energieverbrauchenden Bereichen (z.B. Standorten, Anlagen, Prozessen) im Hinblick auf Energieeffizienzpotenziale und Einsparmöglichkeiten.

Energieeffizienzpotenzial
Das Energieeffizienzpotenzial ist ein qualitatives oder quantitatives Maß zur Abschätzung einer möglichen Energieeinsparung.

Energieeinsatz
Der Energieeinsatz stellt den Energieverbrauch bezogen auf die Verbraucher dar und zeigt wofür, wie viel Energie eingesetzt wird. Der wesentliche Energieeinsatz beschränkt diese Darstellung auf die größeren Verbraucher bzw. auf die Anlagen mit den größten Effizienzpotenzialen.

Energieleistungskennzahl (EnPI=Energy Performance Indicators)
Energieleistungskennzahlen sind quantitative Größen, die in der Energieplanung gebildet werden. Sie dienen als Vergleichsgrößen um die Entwicklung der Energieeffizienz bewerten zu können.

Energiemanagement
Das Energiemanagement stellt im einfachsten Sinne die Planung und den Betrieb von allen energieerzeugenden und energieverbrauchenden Anlagen in einem Unternehmen dar. Wichtige Aspekte beim Energiemanagement sind Energieeffizienz, Klimaschutz und Ressourcenschonung.

Energiemanagementsystem
Das Energiemanagementsystem (EnMS) ist eine gezielte, systematische Form des Energiemanagements, welches z.B. auf Basis einer Norm wie der ISO 50001 (Aktuell DIN EN ISO 50001:2018) errichtet werden kann.

Energiemanagementteam
Das Energiemanagementteam unterstützt den Energiemanagementbeauftragten bei der Umsetzung und Pflege des Energiemanagementsystems.

Energiemanagementhandbuch
Das Energiemanagementhandbuch ist das zentrale Dokument des Energiemanagementsystems. Darin sind alle wichtigen Informationen, Verantwortlichkeiten, Prozesse, Anweisungen und Dokumentverweise enthalten.

Energieplanung
Die Energieplanung oder auch energetische Planung stellt einen Planungsprozess dar, der die kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz zum Ziel hat und im Einklang mit der Unternehmenspolitik steht. Bestandteile der Energieplanung sind z.B. die Überprüfung der Einhaltung rechtlicher Vorgaben, die Definition von Energiezielen und die Planung und Durchführung der Energieanalyse.

Energiepolitik
Die Energiepolitik stellt die Erklärung des Top-Managements zur kontinuierlichen Verbesserung und weiteren übergeordneten Absichten hinsichtlich der energiebezogenen Leistung dar.

Energierecht
Das Energierecht umfasst alle Gesetze, Verordnungen und Normen des Bereiches Energie, die für das Unternehmen relevant sind.

Energiesteuergesetz
Das Energiesteuergesetz regelt im Wesentlichen die Besteuerung von Energieträgern wie Öl, Gas, Kraftstoffe, Biogase, Flüssiggase und Kohle.

Energieträger
Als Energieträger werden Stoffe/Materialien bezeichnet, welche nutzbare/umwandelbare Energie beinhalten.

Energieverbrauch
Der Energieverbrauch stellt (im Sinne der ISO 50001) die Gesamtheit aller vom Unternehmen umgesetzten Energieträger dar.

Energieziel
Die Energieziele stellen die strategischen und operativen Ziele eines Unternehmens im Bereich Energie dar.

High Level Structure
Als High Level Structure wird die übergeordnete Gliederung bezeichnet, die den Aufbau neuer und überarbeiteter ISO Managementsystem-Standards vereinheitlichen soll. Das Ziel der High Level Structure ist der einheitliche Gebrauch von Kerntexten und Begriffen und ein besseres Verständnis der Normen.

ISO 50003
Die ISO 50003 ist eine Erweiterung der ISO 50001, die unter anderem die fortlaufende Verbesserung der energiebezogenen Leistung fordert.

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
In vielen betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Bereichen ist die Größe eines Unternehmens ein ausschlaggebendes Kriterium zur Festlegung bestimmter Grenzen. Insbesondere die Abgrenzung zwischen den „kleinen und mittleren Unternehmen“ (KMU) und den „großen Unternehmen“ (Nicht-KMU) ist dabei entscheidend. Die Definition der KMU erfolgt weitestgehend durch eine von der EU herausgegebenen KMU-Definition, welche u. A. Schwellenwerte für Mitarbeiterzahlen und Unternehmensbilanzen sowie Verbundkonstellationen mehrerer Unternehmen berücksichtigt.

Kommunikation
Die Kommunikation im Sinne des Energiemanagements stellt die Berichterstattung und das Mitteilungswesen zur Verbreitung von Informationen bzgl. des EnMS, wie z.B. Ziele und Ergebnisse, dar. Auch die Einbindung eines Verbesserungs- oder Vorschlagswesens ist vorgesehen.

Kontinuierlicher Verbesserungsprozess
Die kontinuierliche Verbesserung stellt einen wiederkehrenden Prozess dar, dessen Ziel es ist, die energetische Leistung und das Energiemanagementsystem beständig zu verbessern und weiter zu entwickeln.

Korrektur
Korrekturen (auch Korrekturmaßnahmen) sind im Sinne des Energiemanagementsystems dann durchzuführen, wenn Abweichungen von systemrelevanten Vorgaben (Nichtkonformitäten) festgestellt werden.

Lastgang
Der Lastgang (auch Lastprofil) ist im Allgemeinen eine grafische Darstellung eines Messwertes im zeitlichen Verlauf. Lastgänge werden häufig zur Veranschaulichung des Energiebedarfs bzw. der Leistungsaufnahme für einen bestimmten Zeitraum verwendet (z.B. elektrische Energie, Gas).

Managementbewertung (Management-Review)
Die Managementbewertung ist ein Prozessschritt in Managementsystemen bei dem das TOP-Management sich über die Ergebnisse und den Stand sowie über Maßnahmen informiert und ein Statement dazu abgibt.

Nichtkonformität
Eine Nichtkonformität stellt eine Abweichung von einem vorgegebenen Prozess bzw. eine Nichterfüllung von Normanforderungen des Managementsystems dar.

PDCA-Zyklus
Der PDCA-Zyklus ist ein Begriff aus dem Bereich der Managementsysteme. Er beschreibt die kontinuierliche Verbesserung anhand vier wiederkehrender allgemeiner Prozessschritte: Plan – Do – Check – Act (Planen – Ausführen – Kontrollieren – Anpassen).

Energierechtskataster
Das Rechtskataster ist eine Übersicht aller für ein Unternehmen relevanten Gesetze, Verordnungen und Normen des Bereiches Energie. Es muss regelmäßig aktualisiert und bewertet werden.

Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung
Die Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV) regelt die Anforderungen an Energie- oder Umweltmanagementsysteme für Unternehmen. Durch einen Nachweis nach SpaEfV können Unternehmen des produzierenden Gewerbes die Rückvergütung von Teilen der Strom- und Energiesteuer beantragen.

Stromsteuergesetz
Das Stromsteuergesetz regelt die Besteuerung von elektrischer Energie.

Top-Management
Das Top-Management stellt die oberste Leitungs- und Führungsebene in einem Unternehmen dar. Wir sprechen in unseren Blogbeiträgen meist von oberster Leitung.

Vorbeugungsmaßnahme
Vorbeugungsmaßnahmen sind Maßnahmen zur Beseitigung von Fehlern im Managementsystem, die zu einer Abweichung führen können.

Zertifizierung
Die Zertifizierung stellt die Erteilung eines Zertifikates für einen bestimmten Normstandard (hier DIN EN ISO 50001:2018) im Anschluss an den Zertifizierungsprozess dar.


Teil 1: Gründe und Vorteile zur Einführung eines Energiemanagementsystems.
Teil 1.1: Energiemanagement-Förderung
Teil 1.2 Energiepolitik
Teil 2: Schritte zur Einführung eines Energiemanagementsystems.
Teil 2.1: Der Energiemanager
Teil 3: Festlegung der Bilanzgrenzen.
Teil 3.1: Der Energiebewertungsplan
Teil 4: Dokumentation eines Energiemanagementsystems.
Anhang Abkürzungsverzeichnis
Anhang Energiemanagement-Lexikon

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Energiemanagement-Förderung (1.1)

Gesetzlich verankerte Anreize der Bundesregierung zur Einführung von Energiemanagementsystemen.

Durch die nachfolgend aufgeführten Gesetzesparagraphen und deren Regelungen hat die Bundesregierung Anreize für Unternehmen geschaffen, Energiemanagementsysteme in ihren Betrieb zur Energiemanagement-Förderung einzuführen. Die Einführung von Energiemanagementsystemen (EnMS) ist an verschiedene umwelt- und energiepolitische Gesetze und monetäre Anreize gekoppelt. Durch diese nationalen Gesetzgebungen sollen Unternehmen dazu bewegt werden, ihre betrieblichen Abläufe und Prozesse energieeffizient zu gestalten. Die Nutzung von EnMS soll dazu führen, dass „die entsprechenden Effizienzpotenzial sichtbar gemacht und damit auch genutzt werden können.“ Zu den besonders energieintensiven Branchen zählen die Steine- und Erden-Industrie, die Eisen-Industrie, die Nicht-Eisen-Metall-Industrie, die chemische Industrie und das Papiergewerbe.

Erneuerbare-Energien- Gesetz EEG [28] §§ 63 ff.

Im Rahmen der Besonderen Ausgleichsregelung (BesAR) können Unternehmen beim BAFA einen Antrag auf eine Reduzierung der EEG-Umlage stellen. Die Begrenzung der EEG-Umlage ist dabei für Unternehmen mit einem Energieverbauch > 5 GWh pro Jahr an den Nachweis eines zertifizierten Managementsystems gemäß EMAS oder ISO 50001 und für Unternehmen mit einem Energieverbrauch zwischen 1 und 5 GWh pro Jahr alternativ an den Nachweis über ein alternatives System zur Verbesserung der Energieeffizienz (geregelt in der SpaEfV) gekoppelt. Antragsberechtigt sind Unternehmen, die einer Branche nach den Listen 1 und 2 der Anlage 4 des EEG 2017 zugeordnet werden. (BAFA: Merkblatt für stromkostenintensive Unternehmen 2017, EEG 2017).

Stromsteuer- gesetz StromStG [31] § 10
Energiesteuer-gesetz EnergieStG [32] § 55

Auf Grundlage des Gesetzes zur Änderung des Energiesteuer- und Stromsteuergesetzes von Dezember 2012 und der Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV) ist seit Januar 2013 der Spitzenausgleich gemäß § 10 StromStG (die Erlassung, Erstattung oder Vergütung der Steuer für nachweislich versteuerten Strom) sowie gemäß § 55 EnergieStG (die Steuerentlastung für Energieerzeugnisse) unter anderem an die Gegenleistung gekoppelt, dass Unternehmen nachweislich ihre Energieeffizienz verbessern und festgelegte Einsparziele erreichen. Zudem muss ein Nachweis über den Betrieb eines EnMS gemäß ISO 50001 oder für KMU ein Nachweis über den Betrieb eines alternativen Systems zur Verbesserung der Energieeffizienz bzw. ein Nachweis über eine Registrierung bei EMAS vorgelegt werden.

Energiemanagement-Förderung

Für die Förderung moderner EnMS sind unmittelbare Anreize in Form von Fördermaßnahmen gegeben. Diese werden in der Richtlinie für die Förderung von Energiemanagementsystemen geregelt. Konkret gefördert werden soll dabei „die Einrichtung von Maßnahmen und Systemen, die eine planvolle Erfassung und Auswertung der Energieverbräuche erlauben und damit Voraussetzungen für die Umsetzung von effektiven Energieeffizienzmaßnahmen schaffen.“ Dazu gehören unter anderem Förderungen im Bereich der Erstzertifizierungen von EnMS, der Schulung und Weiterbildung von Mitarbeitern und im Bereich der Ausstattung mit Mess-, Zähler- und Sensortechnologien sowie im Bereich des Erwerbs und der Installation von Energiemanagementsoftwaresysteme (EnMS-Software) und der Schulung des Personals bezüglich des Umgangs mit der Software. Im Zuge des Förderprogramms wurde durch das BAFA eine Liste förderfähiger Softwaresysteme erstellt, die wir hier später ergänzen werden.


Teil 1: Gründe und Vorteile zur Einführung eines Energiemanagementsystems.
Teil 1.1: Energiemanagement-Förderung
Teil 1.2 Energiepolitik
Teil 2: Schritte zur Einführung eines Energiemanagementsystems.
Teil 2.1: Der Energiemanager
Teil 3: Festlegung der Bilanzgrenzen.
Teil 3.1: Der Energiebewertungsplan
Teil 4: Dokumentation eines Energiemanagementsystems.
Anhang Abkürzungsverzeichnis
Anhang Energiemanagement-Lexikon

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Der Energiemanager (2.1)

Teil 2.1: Der Energiemanager

Für die innerbetriebliche Organisation des Energiemanagements bedarf es neben den Kriterien zur Gestaltung der Ablauf- und Aufbauorganisation zur Umsetzung der festgelegten Strategie und Ziele des Managementsystems zudem einen Verantwortlichen, der die operative Steuerung übernimmt. Ähnlich den Systemforderungen anderer Managementsysteme ist für die betriebliche Umsetzung des Energiemanagements ein Energiemanager durch die oberste Leitung zu bestellen.

Dieser kann sowohl aus den eigenen Reihen des Unternehmens als auch extern rekrutiert werden. Ein extern einberufener Energiemanager kann über Expertenwissen für Energiemanagement verfügen, ist jedoch nicht ständig vor Ort. Andererseits kann ein intern bestellter Energiemanager nicht auf allen Gebieten des Energiemanagements der Spezialist sein (da meist ehrenamtliche Tätigkeit neben dem Tagesgeschäft) und ist daher auf externe Hilfe zumeist angewiesen. Die Bestellung von Energiemanagementbeauftragten und anderen Verantwortlichen sollten schriftlich erfolgen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die dort formulierten Aufgaben auch bewusst wahrgenommen werden. Was sollte ein Energiemanager mitbringen:

Er sollte eine Person mit Mehrfachqualifikationen sein.

  • gründliche Kenntnisse des Unternehmens und seiner internen und externen Umgebungen
  • Beratungs-, Verhandlungs- und Kommunikationskompetenz
  • fundierte Kenntnisse über Produktion und Anlagen
  • solider allgemeiner technischer Hintergrund und vorzugsweise Erfahrung im Maschinen-/Anlagenbau
  • Erfahrung in Projektmanagement, speziell mit der Implementierung von neuen Systemen

Schlüsselfunktionen des Energiemanagers.

Den Energieverbrauch in einem Unternehmen zu managen, bedeutet, eine Reihe von Aufgaben zu erfüllen. Dazu gehören insbesondere:

  • die Entwicklung einer Energiepolitik und eines Arbeitsplans
  • Überwachung und Dokumentation des Energieverbrauchs
  • Durchführung von Energiemessungen und Energieaudits
  • Aushandeln optimaler Energielieferverträge
  • Identifizieren der besten Methode des Energiemanagements
  • Implementierung von Programmen und Festlegung von Strategien, um Energieeinsparungen zu erzielen
  • Kenntnis der Gesetzgebung und gesetzlichen Regulierungen, der Kennzahlen und Standards
  • Sicherstellung der Unterstützung von Management und Belegschaft
  • Integrierung des Energieaspekts in Ausschreibungsrichtlinien und Auftragsvergabe

Update 15.05.2019:

  • ist maßgeblich bei der Umsetzung der aus internen Audits resultierenden Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen beteiligt
  • koordiniert die Aktivitäten des Energieteams und sorgt für angemessene Dokumentation
  • überwacht die Tätigkeiten der Auftragnehmer am Standort im Hinblick auf Energiebewusstes Handeln

Aufgaben eines Energiemanagers.

  • Energieaspekte mit bestehenden Managementsystemen wie z. B. ISO 14001, ISO 9000 und HACCP verlinken
  • Kontrolle über die Art und Weise des Energieeinsatzes erlangen
  • eine möglichst wirtschaftliche Energiebeschaffung sicherstellen
  • einen sorgfältigen Umgang mit Ressourcen und Abfallverringerung vorantreiben
  • die Energieperformance messen und überwachen und mit Werten aus vorangegangenen Jahren sowie internen und externen Benchmarks vergleichen
  • die Linienmanager und Abteilungsleiter in einem einfachen und klaren Bericht über die Energieperformance informieren
  • den Vorstand in einer Form informieren, die dem sonstigen Planungs- und Berichtswesen des Unternehmens entspricht
  • sicherstellen, dass erforderliche Investitionsvorhaben durch entsprechende Daten und einen realistischen Businessplan untermauert sind
  • die Belegschaft mit einbeziehen – sie um ihren Input und ihre Vorschläge ersuchen und am Verdienst oder der Anerkennung für Erfolge auch jene teilhaben lassen, die dazu beigetragen haben. Das fördert die Motivation, erzeugt Begeisterung und weitere Erfolge
  • die Erfolge gegenüber Vorstand und Belegschaft positiv kommunizieren, um damit anhaltende Unterstützung und Zustimmung zum Energiemanagementsystem zu erreichen. Weitere Aufgaben eines Energiemanagers werden in der Bestellurkunde aufgeführt.

Legen Sie Rollen und Verantwortlichkeiten des Energiemanagers fest.

Die Bestellurkunde zum Energiemanagementbeauftragten bzw. Energiemanagers finden Sie im Onlineshop.

Wenn das Unternehmen keine bestimmte Person für Aufgaben festlegt, wird sich niemand verantwortlich fühlen und man läuft somit Gefahr, dass die erforderlichen Aufgaben nicht erfüllt werden. Die Rolle und Kompetenz des Energiemanagers muss im gesamten Unternehmen kommuniziert werden. Der Energiemanager muss die Befugnis haben, für Angelegenheiten in denen er kein detailliertes Know-how besitzt, Unterstützung anzufordern.

Eine der ersten Aufgaben eines Energiemanagers ist es, sich einen Überblick über bereits vorhandene Informationen und Daten zu verschaffen. Abgesehen von schriftlichen Dokumenten wird es auch eine ganze Menge an Wissen innerhalb der Belegschaft geben. Wenn es zweckmäßig erscheint, sollte der Energiekoordinator daher jene Personen identifizieren, die in energieintensiven Bereichen arbeiten oder in Bereichen, die Einfluss auf den Energieverbrauch haben. Typischerweise zählen zu diesen Bereichen die Produktion sowie die Abteilungen für Infrastruktur und Wartung und Instandhaltung. Darüber hinaus wäre es hilfreich, vorab einen Projektplan über die Implementierung für den Vorstand zu entwerfen. Diese Übersicht ist für ein ordentlich funktionierendes Energiemanagementsystem äußerst wichtig. Die Liste zeigt auf einen Blick, wer welchen Aufgabenbereich zugeordnet ist und welche Person wofür verantwortlich ist.

Das Managementsystem kann jedoch nicht von einer Person alleine getragen werden. Es erfordert den Beitrag aller Beschäftigten. Zur Koordination aller energierelevanten Aktivitäten bedarf es zudem Unterstützung durch die Verantwortlichen diverser Organisationsbereiche. Eine wesentliche Forderung der DIN EN ISO 50001 besteht in der Benennung eines Energieteams. Das Energieteam umfasst gemäß Definition in der DIN EN ISO 50001 „eine oder mehrere Personen, die für die wirksame Einführung des EnM-Systems sowie für die Erzielung von Verbesserungen der energiebezogenen Leistung verantwortlich sind“. Größe und Art der Organisation entscheiden maßgeblich darüber, wie viele und welche Funktionsträger im Energieteam sinnvoll sind.

Mitglieder des Energieteams werden daher aus folgenden Bereichen oder Abteilungen eines Unternehmens sinnvollerweise gestellt:

  • Einkauf von Energie
  • Einkauf von energieintensiven Maschinen, Anlagen, Werkzeugen etc.
  • Investitionen/Controlling im Hinblick auf Amortisationsrechnungen
  • Produktionsleitung
  • Instandhaltung (Mechanisch sowie Elektrisch)
  • Forschung und Entwicklung
  • ggf. Qualitätsmanager (falls der Energiemanager nicht ohnehin diesen Bereich ebenfalls abdeckt)

Das Energieteam muss namentlich und mit den wesentlichen Funktionen benannt als auch bekanntgegeben werden. Hierzu empfehlen sich Aushänge oder persönliche Vorstellungen in Gesprächs- und Sitzungsrunden.Weiterhin sind die Aufgaben im Team möglichst konkret zu beschreiben.

Beispiel am Leiter Einkauf:

  • Zuständig für die Auswahl, Zulassung und die Bewertung von Energielieferanten und Lieferanten von Maschinen und Anlagen.
  • Zuständig für den Energieeinkauf, Entwicklung von Einkaufsstrategiene für verschiedene Energieträger
  • Zeichnet verantwortlich für die praktische umsetzung der Einkaufsrichtlinien im Unternehmen in Übereinstimmung mit der Energiepolitik
  • Zuständig für die Prüfung der Vollständigkeit der Berechnung des energetischen Lebenszyklus (Amortisation)

Weitere Mitglieder können selbstverständlich benannt werden. Die Anzahl der Teammitglieder ist im Wesentlichen von der Größe und Komplexität abhängig.

Energieteamsitzungen

In der Regel beruft der Energiemanager die Energieteamsitzungen ein, um den Stand der betrieblichen Umsetzung des EnM-Systems zu besprechen und Maßnahmen zur Verbesserung einzuleiten. Ein Mitglied des Energieteams sollte Protokoll über die wesentlichen Inhalte und Maßnahmen führen, so dass eine Verfolgung eines Fortschrittes im Rahmen des Energiemanagements auch in dieser Hinsicht möglich wird. Die Regelmäßigkeit der Sitzungen hängt von der Unternehmensgröße und Art und Umfang der betrieblichen Umsetzung ab.

Externer Energiemanager Ja oder Nein?

In seltenen Fällen wird die Verantwortlichkeit komplett ausgelagert und das Energiemanagement somit extern gesteuert und umgesetzt. Werden Energiemanagementprozesse ausgelagert, sollten vor allem jene Prozesse extern durchgeführt werden, die ein hohes Spezialwissen erfordern und nicht zum Kerngeschäft des Unternehmens gehören. Ein grundlegendes Know-How sollte dennoch im Unternehmen vorhanden sein. So bieten viele Unternehmensberatungen und Energiedienstleister verschiedene Lösungsfelder an, um Unternehmen beim Betrieb ihres Energiemanagements zu unterstützen. In der ISO 50001 werden Anforderungen an das Top-Management und die Beauftragten des Managements gestellt.


Teil 1: Gründe und Vorteile zur Einführung eines Energiemanagementsystems.
Teil 1.1: Energiemanagement-Förderung
Teil 1.2 Energiepolitik
Teil 2: Schritte zur Einführung eines Energiemanagementsystems.
Teil 2.1: Der Energiemanager
Teil 3: Festlegung der Bilanzgrenzen.
Teil 3.1: Der Energiebewertungsplan
Teil 4: Dokumentation eines Energiemanagementsystems.
Anhang Abkürzungsverzeichnis
Anhang Energiemanagement-Lexikon

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Einführung eines Energiemanagementsystems (1)

Teil 1: Gründe und Vorteile zur Einführung eines Energiemanagementsystems.

Jede Organisation ist gefordert, bei der Einführung eines Energiemanagementsystems ein für sich anwendbares Energiemanagementsystem (EnM-System) auf der Basis der Forderungen der DIN EN ISO 50001 aufzubauen. Obwohl keine expliziten Vorgaben und konkreten Ausgestaltungsformen in dieser Managementnorm zu finden sind, so geht man dennoch von einem angemessenen Umfang und Detaillierungsgrad aus. Auch die Art, Größe und Beschaffenheit der Organisation spielt eine wesentliche Rolle. Durch die Nutzung der Norm werden Unternehmen dazu geleitet, Schlussfolgerungen über Handlungsmöglichkeiten für energetische Verbesserungen zu treffen, auf dieser Grundlage Maßnahmen zu planen und umzusetzen und im Anschluss daran deren Ergebnisse zu überprüfen und Weiterentwicklungen vorzunehmen.

Ein Energiemanagementsystem kann in bereits bestehende Managementsysteme (ISO 9001/ISO 14001) integriert werden, so dass Unternehmen dadurch Ineffizienzen vermeiden und Kosten senken können (z.B. Minimierung von Verwaltungsaufwand): mehr Effizienz durch Synergieeffekte. Es kann natürlich auch als ein eigenständiges Managementsystem aufgebaut werden.

Gründe zur Einführung eines Energiemanagementsystems sind u.a.:

  • laufende Energiekosten reduzieren (Kostenranking im Unternehmen auf Platz 3 sind die Energiekosten),
  • steuerliche Vorteile sowie bestimmte Fördermaßnahmen langfristig nutzen (energiesteuerliche Ausgleichsregelungen für Unternehmen),
  • unternehmenspolitisch vorausschauen (Energiemanagement als Voraussetzung für Ausschreibungsbeteiligung),
  • Außendarstellung des Unternehmens verbessern (Zertifizierung belegt Glaubwürdigkeit der Unternehmenspolitik).

Kernziele der ISO 50001:

  • Definition und Regelung von Prozessen und Abläufen,
  • Optimierung des Energieeinsatzes,
  • Senkung der Energiekosten,
  • Dokumentation und Verwaltung des Energieeinsatzes,
  • Verbesserung der Energieeffizienz,
  • Einfluss auf organisatorische und technische Abläufe und Verhaltensweisen.

Das Ziel dieser internationalen Norm ist, Organisationen beim Aufbau von Systemen und Prozessen zur Verbesserung der Energieeffizienz zu unterstützen. Seit Dezember 2018 liegt die deutsche Fassung der Norm vor.

Die Norm beschreibt die Anforderungen an ein Energiemanagementsystem, das Unternehmen in die Lage versetzen soll, den Energieverbrauch systematisch zu bewerten. Weiterhin um die Energieeffizienz kontinuierlich zu verbessern und Kosten zu senken ‐ unter Berücksichtigung der gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Ein Energiemanagement nach ISO 50001 lässt sich vergleichsweise einfach in bestehende Qualitäts- und Umweltmanagementsysteme integrieren. Hierbei orientiert man sich an der DIN-Norm EN ISO 14001 (Umweltmanagement) und der DIN-Norm EN ISO 9001 (Qualitätsmanagement).

Wichtigste Inhalte der ISO 50001:

Vorteile für die Umsetzung eines Energiemanagementsystems:

  • Transparenz der Energiekosten und Energieverbräuche
  • Verursachergerechte Zuordnung und Abrechnung der Energiekosten
  • Erkennen und Reaktion auf signifikante Änderungen im Energieverbrauch
  • Konsequente Nutzung von Energieeinsparpotenzialen senkt Betriebskosten
  • Verbesserung der Anlagentechnik, Investition in innovative und zukunftsfähige Technologien
  • Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
  • Minimierung der CO2-Emissionen und des Umweltrisikos

Ein wichtiger Nutzen im Rahmen der Implementierung eines Energiemanagementsystems wird im Potenzial der Energieeinsparung und Energiekostensenkung gesehen. Es wird davon ausgegangen, dass durch die Einführung von EnMS Kosteneinsparungen von bis zu 10 Prozent in den ersten Jahren nach der Einführung erreicht werden können. Aufgrund der Informationsbereitstellung und Offenlegung der Energieströme und des Energieeinsatzes durch die Prozesse und Verfahren eines systematischen Energiemanagements, liegt es daher im Interesse von Unternehmen in diesem Bereich tätig zu werden.

Durch die systematische Erfassung des Energieverbrauchs und potenzieller Einsparmöglichkeiten kann gezielt in Effizienzmaßnahmen investiert werden, wodurch im Idealfall die Energiekosten gesenkt und die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden. Besonders bei jenen Branchen, deren Energiekosten einen relativ hohen Anteil an den Gesamtkosten ausmachen und bei denen von technischer Seite das Potenzial besteht, den betrieblichen Energiefluss zu beeinflussen, ist die Einführung eines Energiemanagements von hoher Bedeutung. Weiterhin ist ein systematisches Energiemanagement eine notwendige Reaktion auf stark schwankende und langfristig stark steigende Energiepreise. Als weiterer Grund für die Implementierung eines EnMS wird eine positive Wirkung auf die Außendarstellung eines Unternehmens genannt. So spielt ein zertifiziertes Energiemanagement für die Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit eine erhebliche Rolle und dient somit der positiven Aussendarstellung im Hinblick auf umweltbewusstes und soziales Handeln.

Vorteile für die Zertifizierung eines Energiemanagementsystems:

  • Die Energiemanagement Norm ISO 50001 legt konkrete Anforderungen an die Ausgestaltung eines EnMS fest
  • Sicherheit ein vollumfängliches Energiemanagement umzusetzen
  • Regelmäßigen Audits liefern Erkenntnisse über Schwächen und Stärken sowie konkrete Verbesserungsvorschläge
  • Das EnMS rückt durch Re-Zertifizierungs-Audits regelmäßig in den Fokus und wird überprüft

Rahmenbedingungen für die Umsetzung eines Energiemanagementsystems:

Der Beschluss der obersten Leitung zur Einführung eines EnMS startet den Prozess und informiert das gesamte Unternehmen. Die oberste Leitung übernimmt eine Vorbildfunktion gegenüber seiner Mitarbeiter und beeinflusst diese durch sein Verhalten und seine Einstellung bezüglich energierelevanter Themen. Dann ist es sinnvoll, einen Projektplan aufzustellen, in dem die Verantwortlichen und Beteiligten, der zeitliche Ablauf und das Ziel bzw. die Zwischenziele definiert werden.

Fazit: Mit einem systematischen Energiemanagement – einem Energiemanagementsystem – sollen betriebliche Abläufe so beeinflusst werden, dass der Gesamtenergieverbrauch eines Unternehmens nachhaltig gesenkt und die Energieeffizienz unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten kontinuierlich verbessert wird.


(1) Gesteuert werden die Energiemanagementprozesse häufig durch eine, im Voraus formulierte, unternehmensweite Energiestrategie, von der wiederum konkrete strategische und operative Energieziele abgeleitet werden. Die Energiestrategie ist von der obersten Ebene eines Unternehmens zu formulieren. Vor dem Hintergrund langfristig knapper werdender Ressourcen und steigernder Energiepreise ist es essenziell für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens, seine Energiestrategie mittel- bis langfristig auszurichten.

(1) Es sollen notwendige Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, um die energiebezogene Leistung eines Betriebes kontinuierlich zu verbessern und den Energieeffizienzgedanken in alle Prozesse und bei allen Mitarbeitern fest zu verankern.

Die aktuelle DIN EN ISO 50001:2018 ist bei Beuth erhältlich.

Weitere Normen aus der 50000 Normenfamilie zur Unterstützung:

  • ISO 50002 (Energieaudits- Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung)
  • ISO 50003 (Energiemanagementsysteme – Anforderungen an Stellen, die Energiemanagementsysteme auditieren und zertifizieren)
  • ISO 50004 (Energiemanagementsysteme – Anleitung zur Einführung, Aufrechterhaltung und Verbesserung eines Energiemanagementsystems)
  • ISO 50006 (Energiemanagementsysteme – Messung der energiebezogenen Leistung unter Nutzung von energetischen Ausgangsbasen und Energieleistungskennzahlen (EnPI) – Allgemeine Grundsätze und Leitlinien)
  • ISO 50015 (Energiemanagementsysteme – Messung und Verifizierung der energiebezogenen Leistung von Organisationen – Allgemeine Grundsätze und Anleitung)
  • ISO 50047 (Ener-gieeinsparungen – Bestimmung von Energieeinsparung in Organisationen)

Änderungsvermerk

Diese Norm ersetzt DIN EN ISO 50001:2011-12.

Folgende Änderungen wurden vorgenommen:
Gegenüber DIN EN ISO 50001:2011-12 wurden folgende Änderungen vorgenommen: a) Übernahme der ISO-Anforderungen an Managementsystemnormen, die eine Grundstruktur (en: High Level Structure, HLS), einen einheitlichen Basistext und gemeinsame Benennungen und Basisdefinitionen enthalten, um ein hohes Maß an Kompatibilität mit anderen Managementsystemnormen sicherzustellen; b) bessere Integration in strategische Managementprozesse; c) sprachliche Klarstellung und Klärung der Dokumentenstruktur; d) stärkere Betonung der Rolle der obersten Leitung; e) Anordnung der Begriffe und ihrer Definitionen in Abschnitt 3 nach ihrem thematischen Kontext und Aktualisierung einiger Definitionen; f) Aufnahme neuer Definitionen, darunter die der „Verbesserung der energiebezogenen Leistung“; g) Klarstellung bezüglich des Ausschlusses von Energiearten; h) Klarstellung der „energetischen Bewertung“; i) Einführung des Konzepts der Normalisierung von Energieleistungskennzahlen [EnPI(s), en: energy performance indicator] und zugehörigen energetischen Ausgangsbasen [EnB(s), en: energy baseline]; j) Ergänzung von Details zum „Plan für die Energiedatensammlung“ und der damit verbundenen Anforderungen (bisherige Bezeichnung: „Plan für die Energiemessung“); k) klarere Darstellung des Textes zu Energieleistungskennzahlen [EnPI(s)] und zu energetischen Ausgangsbasen [EnB(s)], um ein besseres Verständnis dieser Konzepte bereitzustellen.


Teil 1: Gründe und Vorteile zur Einführung eines Energiemanagementsystems.
Teil 1.1: Energiemanagement-Förderung
Teil 1.2 Energiepolitik
Teil 2: Schritte zur Einführung eines Energiemanagementsystems.
Teil 2.1: Der Energiemanager
Teil 3: Festlegung der Bilanzgrenzen.
Teil 3.1: Der Energiebewertungsplan
Teil 4: Dokumentation eines Energiemanagementsystems.
Anhang Abkürzungsverzeichnis
Anhang Energiemanagement-Lexikon

Frank Zalewski Keine Kommentare

Abkürzungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

  • BAFA = Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
  • BesAR = Besondere Ausgleichsregelung
  • BMWi = Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
  • DIN = Deutsches Institut für Normung
  • EC = European Commission (deutsch: Europäische Kommission)
  • EDL-G = Energiedienstleistungsgesetz
  • EED = Energy Efficiency Directive (deutsch: Energieeffizienzrichtlinie)
  • EEG = Erneuerbare-Energien-Gesetz
  • EM = Energiemanagement
  • EMAS = Eco-Management and Audit Scheme
  • EN = Europäische Norm
  • EnergieStG = Energiesteuergesetz
  • EnMS = Energiemanagementsystem
  • EnPI = Energieleistungskennzahl
  • ERP = Enterprise Resource Planning
  • EVU = Energieversorgungsunternehmen
  • ISO = International Organization for Standardization
  • KMU = Kleine und mittelständische Unternehmen
  • KVP = Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (neu Fortlaufender Verbesserungsprozess)
  • MES = Manufacturing Execution System
  • NAPE = Nationaler Aktionsplan Energieeffizienz
  • NEEAP = Nationaler Energieeffizienz-Aktionsplan
  • PDCA = PLAN-DO-CHECK-ACT
  • SpaEfV = Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung
  • StromStG = Stromsteuergesetz
  • UBA = Umweltbundesamt
  • VDI = Verein Deutscher Ingenieure

 


Teil 1: Gründe und Vorteile zur Einführung eines Energiemanagementsystems.
Teil 1.1: Energiemanagement-Förderung
Teil 1.2 Energiepolitik
Teil 2: Schritte zur Einführung eines Energiemanagementsystems.
Teil 2.1: Der Energiemanager
Teil 3: Festlegung der Bilanzgrenzen.
Teil 3.1: Der Energiebewertungsplan
Teil 4: Dokumentation eines Energiemanagementsystems.
Anhang Abkürzungsverzeichnis
Anhang Energiemanagement-Lexikon

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Beispiel der Energiebewertungsplan (3.1)

IST-Analyse (Erster Energie-, Mess- und Bewertungsplan)

Schritt 1 ist die Datenaufnahme (Energiebewertungsplan)
  • Identifizierung der Energiequellen
  • Ermittlung der Verbräuche je Energieträger
  • Eruieren der Verbräuche wesentlicher Energieverbraucher
  • Ermittlung der Einflussfaktoren auf die Verbrauchssituation

Voraussetzung für den Energiebewertungsplan ist eine Übersicht über die genutzen Energiequellen, deren Gesamtverbräuche und die Aufsplittung der Verbräuche auf einzelne Anlagen und Maschinen. Diesen Auswertungen gehen umfangreichen Datensammlungen voraus. Meistens sind nur wenige Zählereinrichtungen (In der Praxis oft nur die Zähler der Haupt-Energieversorger) vorhanden. Hier muss überlegt werden:

  • an welcher Stelle ist die Installation einer weiteren Messeinrichtung sinnvoll und notwendig
  • wo können Verbräuche rechnerisch abgeleitet werden
  • wo können Verbräuche ggf. geschätzt werden

Ein Energiebewertungsplan mit der Einzeichnung der vorhandenen Messeinrichtungen (sog. Messpläne) und der noch zu installierenden Messeinrichtungen in nummerierter und damit nachvollziehbarer Form erweist sich von Vorteil. Eine weitere Möglichkeit wäre, die Messeinrichtungen in vorhandenen Leitungsplänen zu integrieren.

Einfaches Beispiel:

Messeinrichtung Standort Seriennummer Überprüft am Geeicht/Kalibriert bis
1. Stromzähler Schlosserei 123abc456 01.02.2019 01.02.2025
2. Gaszähler Kesselanlage 789def123 15.12.2017 31.12.2023
3.

Im Regelfall sind im Unternehmen die wesentlichen Energieverbraucher bekannt und können somit leicht zusammengestellt werden. An dieser Stelle ist es besonders wichtig, vom Wesentlichen zum Unwesentlichen vorzudringen um sich nicht tagelang mit Listen für Verbraucher zu beschäftigen. In der Praxis hat es sich bewährt, die wesentlichen energierelevanten Maschinen einzelner Bereiche genauer zu betrachten. Geringere Verbraucher können vorerst in Gruppen zusammengefasst werden (z.B. Gruppe 1 für Motoren, Gruppe 2 für Pumpen etc.). Diese Gruppen, können dann zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls einer genaueren Betrachtung und Klassifizierung  unterzogen werden. Hierbei ist eine ABC-Analyse (Alter, Energieeffizienzklasse etc.) die Königsdisziplin.

Grund ist, bei einem zeitlich knapp bemessenen Zertifizierungsaudit nur Datensammlungen vorlegen zu können. Das sollte tunlichst vermieden werden und reicht für eine erfolgreiche Zertifizierung nicht aus. Bei vorhandenen Datensammlungen und Dateninterpretationen ohne Zielstellung und Maßnahmenkonzept und einer teilweisen Umsetzung im betrieblichen Alltag wird eine Zertifikatserteilung scheitern.

Mehr Infos auch in unserem Beitrag:

Teil II. Schritte zur Einführung eines Energiemanagementsystems.

Schritt 2: Dateninterpretation und energetische Bewertung 

  • Aufstellung einer Rangfolge der wesentlichen Energieträger
  • Ermittlung einer Rangliste der wesentlichen Energieverbraucher
  • Bewertung der Energieaspekte
  • Aufdecken von potentiellen Einsparmöglichkeiten

Die Regelung der Verantwortlichkeiten für die Erfassung der wichtigsten Energieträger und Verbräuche ist sehr wichtig. Eine betriebliche Anweisung sollte diese Verantwortlichkeiten regeln.

Schritt 3: Festlegung der energetischen Ausgangsbasis und Zielstellungen


Teil 1: Gründe und Vorteile zur Einführung eines Energiemanagementsystems.
Teil 1.1: Energiemanagement-Förderung
Teil 1.2 Energiepolitik
Teil 2: Schritte zur Einführung eines Energiemanagementsystems.
Teil 2.1: Der Energiemanager
Teil 3: Festlegung der Bilanzgrenzen.
Teil 3.1: Der Energiebewertungsplan
Teil 4: Dokumentation eines Energiemanagementsystems.
Anhang Abkürzungsverzeichnis
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Verfahrensanweisung Dokumentierte Information

Verfahrensanweisung Dokumentierte Information

Das Normenkapitel 7.5 Dokumentierte Information aus der DIN EN ISO 9001:2015. Die Verfahrensanweisung Dokumentierte Information beschreibt die Erstellung, Genehmigung, Verteilung und Ablage von dokumentierten Informationen.

Dokumentierte Information wurde als neuer Oberbegriff der bisher bekannten „dokumentierten Verfahren“ und „Aufzeichnungen“ eingeführt. Die Anforderung nach einem Qualitätsmanagementhandbuch ist entfallen. Die Anforderungen an die Dokumentation waren bisher in Abschnitt 4.2.1 zu finden. Nun wurden die Bezeichnungen „Dokumente“ und „Aufzeichnungen“ unter dem Begriff „dokumentierte Information“ zusammengefasst. Wiedererkennen kann man den alten Begriff „Aufzeichnungen“ nun unter „Aufbewahrung dokumentierter Information“.

An den Stellen der Norm, an denen auf „Informationen“ ohne das Wort „dokumentiert“ verwiesen wird, kann die Organisation selbst entscheiden, ob sie diesen Sachverhalt dokumentieren will oder nicht. Neu ist, dass weder ein Qualitätsmanagementhandbuch noch dokumentierte Verfahren (in der Vergangenheit sechs Stück) mehr gefordert werden. Auch wenn an manchen Stellen der DIN EN ISO 9001:2015 dokumentierte Informationen gefordert werden, ist die Menge an Dokumentation von der Größe, Komplexität, Kompetenz des Personals etc. abhängig. Wesentlich ist außerdem, dass die Organisation erkennt, wie mit dokumentierten Informationen umgegangen wird. Kriterien im Hinblick auf Zugriff, Schutz, Speicherbarkeit, Wiederauffindbarkeit, eindeutige Benennung, Revisionsstände etc.

Download Verfahrensanweisung Managementbewertung

Weitere interessante Dokumente zur Ergänzung dieser Verfahrensanweisung Dokumentierte Information:

Was sagt die Norm?

7.5 Dokumentierte Information

7.5.1 Allgemeines
Das Qualitätsmanagementsystem der Organisation muss beinhalten:

a) die von der ISO 9001 2015 geforderte dokumentierte Information
b) dokumentierte Information, welche die Organisation als notwendig für die Wirksamkeit des Managementsystems bestimmt hat.

ANMERKUNG: Der Umfang dokumentierter Information für ein Qualitätsmanagementsystem kann sich von Organisation zu Organisation unterscheiden, und zwar aufgrund

a) der Größe der Organisation und der Art ihrer Tätigkeiten, Prozesse, Produkte und Dienstleistungen
b) der Komplexität ihrer Prozesse und deren Wechselwirkungen
c) der Kompetenz der Personen

7.5.2 Erstellen und Aktualisieren
Beim Erstellen und Aktualisieren dokumentierter Information muss die Organisation

a) angemessene Kennzeichnung und Beschreibung (z. B. Titel, Datum, Autor oder Referenznummer) sicherstellen
b) angemessenes Format (z. B. Sprache, Softwareversion, Graphiken) und Medium (z. B. Papier,elektronisch) sicherstellen
c) angemessene Überprüfung und Genehmigung im Hinblick auf Eignung und Angemessenheit sicherstellen

7.5.3 Lenkung dokumentierter Information

7.5.3.1 Die für das Qualitätsmanagementsystem erforderliche und von dieser Internationalen Norm geforderte dokumentierte Information muss gelenkt werden, um sicherzustellen, dass sie

a) verfügbar und für die Verwendung geeignet ist, wo und wann sie benötigt wird,
b) angemessen geschützt wird (z. B. vor Verlust der Vertraulichkeit, unsachgemäßem Gebrauch oder Verlust der Integrität).

7.5.3.2 Zur Lenkung dokumentierter Informationen muss die Organisation, falls zutreffend, folgende Tätigkeiten berücksichtigen:

a) Verteilung, Zugriff, Auffindung und Verwendung
b) Ablage/Speicherung und Erhaltung, einschließlich Erhaltung der Lesbarkeit
c) Überwachung von Änderungen (z. B. Versionskontrolle)
d) Aufbewahrung und Verfügung über den weiteren Verbleib

Dokumentierte Information externer Herkunft, die von der Organisation als notwendig für Planung und Betrieb des Qualitätsmanagementsystems bestimmt wurde, muss angemessen gekennzeichnet und gelenkt werden.

ANMERKUNG: Zugriff kann eine Entscheidung voraussetzen, mit der die Erlaubnis erteilt wird, dokumentierte Information lediglich zu lesen, oder die Erlaubnis und Befugnis zum Lesen und Ändern dokumentierter Information usw..