Frank Zalewski Keine Kommentare

pdca zyklus energiemanagement

PDCA Zyklus Energiemanagement – Anforderungen aus der ISO 50001

Die Struktur der ISO 50001 orientiert sich am PDCA Zyklus im Energiemanagement. Durch einen sich dynamisch wiederholenden Regelkreis, soll die energiebezogene Leistung eines Unternehmens kontinuierlich verbessert werden. Es lassen sich die vier Schritte Planung, Umsetzung, Überwachung und Weiterführung identifizieren. Der PDCA Zyklus im EnMS steht dafür, dass eine Organisation ihre Energieflüsse aufzeigt, die für sie relevanten Einflussfaktoren auf den Verbrauch herausarbeitet, daraus Maßnahmen ableitet, deren Umsetzung systematisch kontrolliert und daraus Hinweise für neue Ziele und Maßnahmen erhält.

1. Planung

Planen („Plan“): Aufstellen von Energieeinsparzielen und Umsetzung der Energiepolitik unter Beachtung der wesentlichen Energieeinflussfaktoren und rechtlicher Vorschriften, Festlegen von Maßnahmen im Rahmen eines Aktionsplans mit Bestimmung der Verantwortlichkeiten und Terminsetzung und das Bereitstellen der erforderlichen Ressourcen zur Umsetzung.

  • 4.2 Verstehen der Erfordernisse und Erwartungen interessierter Parteien
  • 6.2 Ziele, Energieziele und Planung zu deren Erreichung
  • 6.3 Energetische Bewertung
  • 6.4 Energieleistungskennzahlen
  • 6.5 Energetische Ausgangsbasis
  • 6.6 Planung der energiebezogenen Datensammlung
  • 9.1.2 Bewertung der Einhaltung rechtlicher Vorschriften und anderer Anforderungen

Die ISO 50001 fordert, dass, für die organisatorische Ausgestaltung des EnMS, zunächst ein Energieplanungsprozess durchgeführt und dokumentiert wird. Hierfür werden Informationen zusammengetragen, die dem Management zur Zielfestlegung von Energieeinsparmaßnahmen helfen. In der Energieplanung findet zunächst eine energetische Bewertung, eine Berechnung der energetischen Ausgangsbasis, die Festlegung von Energieleistungskennzahlen und die Definition konkreter strategischer und operativer Energieziele statt. Es werden Aktionspläne erstellt, die angeben, welche Aktivitäten zur Erreichung der festgelegten Ziele durchgeführt werden müssen und welche Ressourcen zur Erreichung dieser Ziele benötigt werden. Bei der Energieplanung werden außerdem geltende energierelevante rechtliche Vorschriften und andere Anforderungen berücksichtigt.

Ermittlung rechtlicher Vorschriften und anderer Anforderungen
Durch die systematische Erfassung aller geltenden rechtlichen Vorschriften und anderer Anforderungen soll sichergestellt werden, dass sich Unternehmen an bestimmte Grundsätze halten und ihrer in der Energiepolitik festgelegten Selbstverpflichtung bezüglich der Einhaltung rechtlicher und sonstiger Anforderungen gerecht werden. Die Anforderungen müssen in einer festgelegten Zeit hinsichtlich ihrer Einhaltung und Aktualität überprüft werden. Hierbei hilft ein Rechtskataster, um die gesetzlichen Anforderungen übersichtlich und strukturiert darzustellen. Im Rechtskataster können die Rechtsvorschriften und Anforderungen, die zu ergreifenden Maßnahmen, die Verantwortlichen, der Prüfstatus sowie die Prüfergebnisse dokumentiert werden. Nach der Planung folgt im PDCA Zyklus Energiemanagement die Umsetzung, Überwachung und Weiterführung.

Ist die Einführung von Energiemanagement geplant, so sollte eine der ersten Aktivitäten die Bestimmung des Niveaus des bestehenden Energiemanagements sein. Diese Erstbewertungscheckliste enthält sieben Beispielfragen. Die Erstbewertung dient zur Prioritätensetzung im Implementierungsprozess.

  1. Hat Ihr Unternehmen die zentralen Energieaspekte basierend auf den Energieverbräuchen identifiziert? Werden diese regelmäßig aktualisiert?
  2. Wurden Aufgaben, Verantwortungsbereiche und Befugnisse für alle beteiligten Mitarbeiter/innen im Energiemanagement festgelegt?
  3. Die zentralen Energieverbraucher (Energieaspekte) werden regelmäßig gemessen, aufgelistet, analysiert und darüber berichtet?
  4. Wurde ein Plan mit möglichen Ansätzen zur Verbesserung der Energieverbräuche in Einklang mit der Energiepolitik aufgestellt?
  5. Wurde die Funktionsweise des Energiemanagements dokumentiert und gibt es Verknüpfungen mit relevanten Anweisungen und Verfahren?
  6. Im Falle der Nicht-Erreichung von Zielen, werden die Gründe dafür ermittelt und werden korrektive oder präventive Maßnahmen gesetzt, damit eine Wiederholung nicht mehr vorkommt?
  7. Wird die Evaluierung des Energiemanagementsystems mindestens einmal jährlich durch das Management durchgeführt?
2. Umsetzung

Umsetzung („Do“): Schaffen/ Erhalten von Managementsystemstrukturen zur Kontrolle und Aufrechterhaltung eines kontinuierlichen Prozesses, um Verbesserungen umzusetzen.

  • 7.2 Kompetenz
  • 7.3 Bewusstsein
  • 7.4 Kommunikation
  • 7.5 Dokumentierte Information
  • 8.1 Betriebliche Planung und Steuerung
  • 8.2 Auslegung
  • 8.3 Beschaffung
3. Überwachung

Überwachung („Check“): Selbstüberprüfung der Funktionsfähigkeit des EnMS, des Zielfortschrittes und Sammeln neuer Ideen für Verbesserungen (Energieaudit).

  • 9.1 Überwachung, Messung, Analyse und Bewertung der energiebezogenen Leistung und des EnMS
  • 9.1.2 Bewertung der Einhaltung rechtlicher Vorschriften und anderer Anforderungen
  • 9.2 Internes EnMS-Audit
  • 10.1 Nichtkonformität und Korrekturmaßnahmen

Rechtsregister (Compliance)

  • Jedes gute Management eines Führungssystems (Qualitätsmanagement, Umweltmanagement, Energiemanagement etc.) erfordert eine Sicherstellung der so genannten „Compliance“.
  • Es muss gewährleistet werden, dass Gesetze, Richtlinien, aber auch Selbstverpflichtungen, die die Organisation eingegangen ist, eingehalten werden.
  • Der Abgleich der für das jeweilige Gebiet geltenden Gesetze und Selbstverpflichtungen mit der aktuellen Praxis der Organisation ist eine wesentliche Aufgabe bei der Erhebung der Grundlagendaten für das EnMS.

Implementierung eines Rechtsregisters

  1. Sicherstellung eines Zugangs zu energierelevanten Vorschriften (energierechtliche Datenbank, z.B. www.energierechtsregister.de)
  2. Unternehmensbezogene Individualisierung (Auswahl, welche Normen für Ihr Unternehmen/die einzelnen Prozesse relevant sind)
  3. Verteilung von Zuständigkeiten im Energiemanagementteam (wer ist für welche Vorschrift zuständig)
  4. Konformitätsbewertung
  5. Vorgabe von Kontrollzyklen, Dokumentation der Kontrolle und ggf. Umsetzungsvorgaben
4. Weiterführung

Weiterführung („Act“): Zusammenfassen der aktuellen Energiedaten, der Auditergebnisse und neuerer Erkenntnisse (neue Methoden und Anlagen), Bewerten des Standes bzw. Fortschritts, Anpassen der Energiestrategie (der Politik/ Leitsätze), Ableiten/ Festlegen neuer Ziele.

  • 9.3 Managementbewertung
  • 10.2 Fortlaufende Verbesserung

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