Gründe und Vorteile eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001:2018.

Teil 2: Gründe, Vorteile und Rahmenbedingungen bei der Einführung  eines Energiemanagementsystems.

Energiemanagement ISO 50001

2.1 Einführung eines Energiemanagementsystems – die Vorteile

Vorteile für die Umsetzung eines EnM-Systems

Ein wichtiger Nutzen im Rahmen der Einführung eines Energiemanagementsystems 50001 wird im Potenzial der Energieeinsparung und Energiekostensenkung gesehen. Es wird davon ausgegangen, dass durch die Einführung eines Energiemanagementsystems Kosteneinsparungen von bis zu 10 Prozent in den ersten Jahren nach der Einführung erreicht werden können.

Aufgrund der Informationsbereitstellung und Offenlegung der Energieströme und des Energieeinsatzes durch die Prozesse und Verfahren eines systematischen Energiemanagements, liegt es daher im Interesse von Unternehmen in diesem Bereich tätig zu werden.

Durch die systematische Erfassung des Energieverbrauchs und potenzieller Einsparmöglichkeiten kann gezielt in Effizienzmaßnahmen investiert werden, wodurch im Idealfall die Energiekosten gesenkt und die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden. Besonders bei jenen Branchen, deren Energiekosten einen relativ hohen Anteil an den Gesamtkosten ausmachen und bei denen von technischer Seite das Potenzial besteht, den betrieblichen Energiefluss zu beeinflussen, ist die Einführung eines Energiemanagements von hoher Bedeutung.

Weiterhin ist ein systematisches Energiemanagement eine notwendige Reaktion auf stark schwankende und langfristig stark steigende Energiepreise. Als weiterer Grund für die Implementierung eines EnMS wird eine positive Wirkung auf die Außendarstellung eines Unternehmens genannt. So spielt ein zertifiziertes Energiemanagement für die Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit eine erhebliche Rolle und dient somit der positiven Aussendarstellung im Hinblick auf umweltbewusstes und soziales Handeln.

Jede Organisation ist gefordert, bei der Einführung eines Energiemanagementsystems ein für sich anwendbares Energiemanagementsystem (EnMS) auf der Basis der Forderungen der DIN EN ISO 50001:2018 aufzubauen. Obwohl keine expliziten Vorgaben und konkreten Ausgestaltungsformen in dieser Managementnorm zu finden sind, so geht man dennoch von einem angemessenen Umfang und Detaillierungsgrad aus.

Auch die Art, Größe und Beschaffenheit der Organisation spielt eine wesentliche Rolle. Durch die Nutzung der Norm werden Unternehmen dazu geleitet, Schlussfolgerungen über Handlungsmöglichkeiten für energetische Verbesserungen zu treffen, auf dieser Grundlage Maßnahmen zu planen und umzusetzen und im Anschluss daran deren Ergebnisse zu überprüfen und Weiterentwicklungen vorzunehmen.

ISO 50001

2.2 Einführung eines Energiemanagementsystems – die Hauptgründe

Gründe zur Einführung eines Energiemanagementsystems 50001

Steigende Energiekosten reduzieren den Gewinn – in fast allen Betrieben finden sich Einsparpotenziale bei der Energienutzung. Durch die Einführung eines EnMS können Sie bis zu 10 % Ihrer Energiekosten in den ersten Jahren nach der Implementierung sparen, indem Schwachstellen im eigenen Energieverbrauch systematisch aufgespürt und mit einfachen Mitteln beseitigt werden.

Auch die Investition in energieeffiziente Technologien lohnt sich. So führen Investitionen in Druckluft- und Pumpensysteme sowie Luft-, Kälte- und Fördertechnik bei einer durchschnittlichen Amortisationszeit von weniger als zwei Jahren zu einer Senkung des Stromverbrauchs um 5 – 50 %.

Seit Januar 2009 ist ein Energiemanagement eine Voraussetzung für die Befreiung von stromintensiven Unternehmen von der EEG-Umlage. Für Unternehmen mit einem Stromverbrauch von über 10 Gigawattstunden pro Jahr und Stromkosten in Höhe von mehr als 14% der Bruttowertschöpfung ist dabei eine Zertifizierung nach ISO 50001 oder alternativ nach EMAS notwendig.

2.3 Rahmenbedingungen und Fazit für die Umsetzung eines Energiemanagementsystems

Der Beschluss der obersten Leitung zur Einführung eines Energiemanagement-systems 50001 startet das Projektvorhaben und informiert das gesamte Unternehmen. Die oberste Leitung übernimmt eine Vorbildfunktion gegenüber seiner Mitarbeiter und beeinflusst diese durch sein Verhalten und seine Einstellung bezüglich energierelevanter Themen. Dann ist es sinnvoll, einen Projektplan aufzustellen, in dem die Verantwortlichen und Beteiligten, der zeitliche Ablauf und das Ziel bzw. die Zwischenziele definiert werden.

In diesem Beitrag wird die unterstützende Rolle des Top-Managements bei der Einführung, Etablierung und Weiterentwicklung des EnM-Systems beschrieben. Es muß klar sein, dass ohne die Bereitstellung zeitlicher, personeller und finanzieller Ressourcen kein wirksames EnM-System etabliert werden kann.

Es sind meistens nicht die finanziellen Ressourcen, die das Top-Management zur Umsetzung eines erfolgreichen EnM-Systems hindert, sondern zumeist die geringen Kenntnisse über die Anforderungen der DIN EN ISO 50001:2018 und die fehlenden personellen (damit auch zeitlichen) Ressourcen. Die oberste Leitung ist jedoch der Motivator, der Wege zum energieeffizienten Denken und Handeln im Unternehmen und die Kommunikation darüber öffnen muss.

Fazit: Mit einem systematischen Energiemanagement – einem Energie-managementsystem – sollen betriebliche Abläufe so beeinflusst werden, dass der Gesamtenergieverbrauch eines Unternehmens nachhaltig gesenkt und die Energieeffizienz unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten kontinuierlich verbessert wird.