Frank Zalewski Keine Kommentare

Einführung eines Energiemanagementsystems

Gründe und Vorteile zur Einführung eines Energiemanagementsystems.

Jede Organisation ist gefordert, bei der Einführung eines Energiemanagementsystems ein für sich anwendbares Energiemanagementsystem (EnM-System) auf der Basis der Forderungen der DIN EN ISO 50001 aufzubauen. Obwohl keine expliziten Vorgaben und konkreten Ausgestaltungsformen in dieser Managementnorm zu finden sind, so geht man dennoch von einem angemessenen Umfang und Detaillierungsgrad aus. Auch die Art, Größe und Beschaffenheit der Organisation spielt eine wesentliche Rolle. Durch die Nutzung der Norm werden Unternehmen dazu geleitet, Schlussfolgerungen über Handlungsmöglichkeiten für energetische Verbesserungen zu treffen, auf dieser Grundlage Maßnahmen zu planen und umzusetzen und im Anschluss daran deren Ergebnisse zu überprüfen und Weiterentwicklungen vorzunehmen.
Ein Energiemanagementsystem kann in bereits bestehende Managementsysteme (ISO 9001/ISO 14001) integriert werden, so dass Unternehmen dadurch Ineffizienzen vermeiden und Kosten senken können (z.B. Minimierung von Verwaltungsaufwand), das bedeutet mehr Effizienz durch Synergieeffekte. Es kann natürlich auch als ein eigenständiges Managementsystem aufgebaut werden. Da Energie immer teurer wird, werden Verbesserungen des Systems immer wirtschaftlicher.

Definition Energiemanagement

„… die vorausschauende, organisierte und systematische Koordinierung von Beschaffung, Wandlung, Verteilung und Nutzung von Energie zur Deckung der Anforderungen unter Berücksichtigung ökologischer und ökonomischer Zielsetzungen.“

Gründe zur Einführung eines Energiemanagementsystems sind u.a.:
  • laufende Energiekosten reduzieren (Kostenranking im Unternehmen auf Platz 3 sind die Energiekosten),
  • steuerliche Vorteile sowie bestimmte Fördermaßnahmen langfristig nutzen (energiesteuerliche Ausgleichsregelungen für Unternehmen),
  • unternehmenspolitisch vorausschauen (Energiemanagement als Voraussetzung für Ausschreibungsbeteiligung),
  • Außendarstellung des Unternehmens verbessern (Zertifizierung belegt Glaubwürdigkeit der Unternehmenspolitik),
  • gegen steigende Energiekosten gewappnet zu sein und
  • Beitrag zum Klimaschutz.

Organisationen sollen in die Lage zu versetzt werden, Systeme und Prozesse aufzubauen, welche zur Verbesserung der energiebezogenen Leistung, einschließlich Energieeffizienz, Energieeinsatz und Energieverbrauch erforderlich sind. Ein systematisches Energiemanagement soll schließlich zu einer Reduzierung von Treibhausgasemissionen und anderer Umweltauswirkungen sowie von Energiekosten führen.

Kernziele der ISO 50001:
  • Definition und Regelung von Prozessen und Abläufen,
  • Optimierung des Energieeinsatzes,
  • Senkung der Energiekosten,
  • Dokumentation und Verwaltung des Energieeinsatzes,
  • Verbesserung der Energieeffizienz,
  • Einfluss auf organisatorische und technische Abläufe und Verhaltensweisen.

Das Ziel dieser internationalen Norm ist, Organisationen beim Aufbau von Systemen und Prozessen zur Verbesserung der Energieeffizienz zu unterstützen. Seit Dezember 2018 liegt die deutsche Fassung der Norm vor. Die Norm beschreibt die Anforderungen an ein Energiemanagementsystem, das Unternehmen in die Lage versetzen soll, den Energieverbrauch systematisch zu bewerten. Weiterhin um die Energieeffizienz kontinuierlich zu verbessern und Kosten zu senken ‐ unter Berücksichtigung der gesetzlichen Rahmenbedingungen. Ein Energiemanagement nach ISO 50001 lässt sich vergleichsweise einfach in bestehende Qualitäts- und Umweltmanagementsysteme integrieren. Hierbei orientiert man sich an der DIN-Norm EN ISO 14001 (Umweltmanagement) und der DIN-Norm EN ISO 9001 (Qualitätsmanagement).

Die Wichtigsten Inhalte der ISO 50001:

Vorteile für die Umsetzung eines Energiemanagementsystems:
  • Transparenz der Energiekosten und Energieverbräuche
  • Verursachergerechte Zuordnung und Abrechnung der Energiekosten
  • Erkennen und Reaktion auf signifikante Änderungen im Energieverbrauch
  • Konsequente Nutzung von Energieeinsparpotenzialen senkt Betriebskosten
  • Verbesserung der Anlagentechnik, Investition in innovative und zukunftsfähige Technologien
  • Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
  • Minimierung der CO2-Emissionen und des Umweltrisikos

Ein wichtiger Nutzen im Rahmen der Implementierung eines Energiemanagementsystems wird im Potenzial der Energieeinsparung und Energiekostensenkung gesehen. Es wird davon ausgegangen, dass durch die Einführung eines Energiemanagementsystems Kosteneinsparungen von bis zu 10 Prozent in den ersten Jahren nach der Einführung erreicht werden können. Aufgrund der Informationsbereitstellung und Offenlegung der Energieströme und des Energieeinsatzes durch die Prozesse und Verfahren eines systematischen Energiemanagements, liegt es daher im Interesse von Unternehmen in diesem Bereich tätig zu werden.

Durch die systematische Erfassung des Energieverbrauchs und potenzieller Einsparmöglichkeiten kann gezielt in Effizienzmaßnahmen investiert werden, wodurch im Idealfall die Energiekosten gesenkt und die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden. Besonders bei jenen Branchen, deren Energiekosten einen relativ hohen Anteil an den Gesamtkosten ausmachen und bei denen von technischer Seite das Potenzial besteht, den betrieblichen Energiefluss zu beeinflussen, ist die Einführung eines Energiemanagements von hoher Bedeutung. Weiterhin ist ein systematisches Energiemanagement eine notwendige Reaktion auf stark schwankende und langfristig stark steigende Energiepreise. Als weiterer Grund für die Implementierung eines EnMS wird eine positive Wirkung auf die Außendarstellung eines Unternehmens genannt. So spielt ein zertifiziertes Energiemanagement für die Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit eine erhebliche Rolle und dient somit der positiven Aussendarstellung im Hinblick auf umweltbewusstes und soziales Handeln.

Vorteile für die Zertifizierung eines Energiemanagementsystems:
  • Die Energiemanagement Norm ISO 50001 legt konkrete Anforderungen an die Ausgestaltung eines EnMS fest
  • Sicherheit ein vollumfängliches Energiemanagement umzusetzen
  • Regelmäßigen Audits liefern Erkenntnisse über Schwächen und Stärken sowie konkrete Verbesserungsvorschläge
  • Das EnMS rückt durch Re-Zertifizierungs-Audits regelmäßig in den Fokus und wird überprüft
Rahmenbedingungen für die Umsetzung eines Energiemanagementsystems:

Der Beschluss der obersten Leitung zur Einführung eines Energiemanagementsystems startet das Projektvorhaben und informiert das gesamte Unternehmen. Die oberste Leitung übernimmt eine Vorbildfunktion gegenüber seiner Mitarbeiter und beeinflusst diese durch sein Verhalten und seine Einstellung bezüglich energierelevanter Themen. Dann ist es sinnvoll, einen Projektplan aufzustellen, in dem die Verantwortlichen und Beteiligten, der zeitliche Ablauf und das Ziel bzw. die Zwischenziele definiert werden.

Fazit: Mit einem systematischen Energiemanagement – einem Energiemanagementsystem – sollen betriebliche Abläufe so beeinflusst werden, dass der Gesamtenergieverbrauch eines Unternehmens nachhaltig gesenkt und die Energieeffizienz unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten kontinuierlich verbessert wird.


(1) Gesteuert werden die Energiemanagementprozesse häufig durch eine, im Voraus formulierte, unternehmensweite Energiestrategie, von der wiederum konkrete strategische und operative Energieziele abgeleitet werden. Die Energiestrategie ist von der obersten Ebene eines Unternehmens zu formulieren. Vor dem Hintergrund langfristig knapper werdender Ressourcen und steigernder Energiepreise ist es essenziell für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens, seine Energiestrategie mittel- bis langfristig auszurichten.
(2) Es sollen notwendige Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, um die energiebezogene Leistung eines Betriebes kontinuierlich zu verbessern und den Energieeffizienzgedanken in alle Prozesse und bei allen Mitarbeitern fest zu verankern.

Die aktuelle DIN EN ISO 50001:2018 ist auf www.Beuth.de erhältlich.

Weitere Normen aus der 50000 Normenfamilie zur Unterstützung:

  • ISO 50002 (Energieaudits- Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung)
  • ISO 50003 (Energiemanagementsysteme – Anforderungen an Stellen, die Energiemanagementsysteme auditieren und zertifizieren)
  • ISO 50004 (Energiemanagementsysteme – Anleitung zur Einführung, Aufrechterhaltung und Verbesserung eines Energiemanagementsystems)
  • ISO 50006 (Energiemanagementsysteme – Messung der energiebezogenen Leistung unter Nutzung von energetischen Ausgangsbasen und Energieleistungskennzahlen (EnPI) – Allgemeine Grundsätze und Leitlinien)
  • ISO 50015 (Energiemanagementsysteme – Messung und Verifizierung der energiebezogenen Leistung von Organisationen – Allgemeine Grundsätze und Anleitung)
  • ISO 50047 (Energieeinsparungen – Bestimmung von Energieeinsparung in Organisationen)

Änderungsvermerk

Diese Norm ersetzt DIN EN ISO 50001:2011-12.

Folgende Änderungen wurden vorgenommen:
Gegenüber DIN EN ISO 50001:2011-12 wurden folgende Änderungen vorgenommen: a) Übernahme der ISO-Anforderungen an Managementsystemnormen, die eine Grundstruktur (en: High Level Structure, HLS), einen einheitlichen Basistext und gemeinsame Benennungen und Basisdefinitionen enthalten, um ein hohes Maß an Kompatibilität mit anderen Managementsystemnormen sicherzustellen; b) bessere Integration in strategische Managementprozesse; c) sprachliche Klarstellung und Klärung der Dokumentenstruktur; d) stärkere Betonung der Rolle der obersten Leitung; e) Anordnung der Begriffe und ihrer Definitionen in Abschnitt 3 nach ihrem thematischen Kontext und Aktualisierung einiger Definitionen; f) Aufnahme neuer Definitionen, darunter die der „Verbesserung der energiebezogenen Leistung“; g) Klarstellung bezüglich des Ausschlusses von Energiearten; h) Klarstellung der „energetischen Bewertung“; i) Einführung des Konzepts der Normalisierung von Energieleistungskennzahlen [EnPI(s), en: energy performance indicator] und zugehörigen energetischen Ausgangsbasen [EnB(s), en: energy baseline]; j) Ergänzung von Details zum „Plan für die Energiedatensammlung“ und der damit verbundenen Anforderungen (bisherige Bezeichnung: „Plan für die Energiemessung“); k) klarere Darstellung des Textes zu Energieleistungskennzahlen [EnPI(s)] und zu energetischen Ausgangsbasen [EnB(s)], um ein besseres Verständnis dieser Konzepte bereitzustellen.


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