Verfahrensanweisung Wareneingangsprüfung

Was sagt die Norm?

8.4.2 Art und Umfang der Kontrolle von externen Bereitstellungen

Bei der Ermittlung der Art und des Umfangs der Kontrolle, die auf die externe Bereitstellung von Prozessen, Produkten und Dienstleistungen zutreffen, muss die Organisation Folgendes berücksichtigen:

a) den potentiellen Einfluss der extern bereitgestellten Prozesse, Produkte und Dienstleistungen auf die Fähigkeit der Organisation fortlaufend die Kundenanforderungen sowie die gesetzlichen und behördlichen Anforderungen zu erfüllen;

b) die wahrgenommene Wirksamkeit der durch den externen Anbieter angewendeten Kontrollen. Die Organisation muss die Verifizierung oder andere Tätigkeiten einführen und umsetzen, die notwendig sind, um sicherzustellen, dass die extern bereitgestellten Prozesse, Produkte und Dienstleistungen nicht die Fähigkeit der Organisation beeinflussen, fortlaufend konforme Produkte und Dienstleistungen an ihre Kunden zu liefern. Prozesse oder Funktionen der Organisation, die an einen externen Anbieter vergeben werden, verbleiben im Anwendungsbereich des Qualitätsmanagementsystems der Organisation; demnach muss die Organisation vorstehend a) und b) berücksichtigen und muss sowohl die Kontrollen festlegen, die sie beabsichtigt auf den externen Anbieter anzuwenden, als auch diejenigen Kontrollen festlegen, die sie beabsichtigt auf das resultierende Prozessergebnis anzuwenden.

Kleiner Textauszug

Inhalt der Verfahrensanweisung

Wareneingangsprüfung – Umfang der Kontrolle von externen Bereitstellungen

Das Normenkapitel 8.4.2 Art und Umfang der Kontrolle von externen Bereitstellungen aus der DIN EN ISO 9001:2015. Die Verfahrensanweisung Wareneingangsprüfung (Verifizierung von beschafften Produkten) stellt sicher, dass die eingehende Ware den Bestellanforderungen entspricht. Zur Prüfung werden Spezifikationen, Zeichnungen oder Kundenforderungen (Zusammenfassung in einer Wareneingangsprüfung Checkliste) an die Produkte hinzugezogen.

Der Wareneingang ist als Teil des Materialwirtschaftsprozesses die Annahme angelieferter Waren, die notwendige Wareneingangsprüfung der Ware, die Dokumentation, die Weitergabe der Güter sowie die Weiterleitung der Eingangsdaten (Informationsfluss, Datenübertragung). Die vom Lieferant angelieferte Ware wird beim Identifikationspunkt kontrolliert, also auf Mängel in Menge, Richtigkeit, Qualität und weiteres geprüft und gegebenenfalls für eine Regulierung des Schadens oder für eine Rücksendung gesorgt.

Im deutschen Recht regelt das Handelsgesetzbuch, dass ein Käufer erkennbare Mängel im Wareneingang unverzüglich rügen muss. Eine solche Rüge setzt voraus, dass er die Ware bei Erhalt im Rahmen der Qualitätssicherung untersucht (§ 377 HGB).