Verfahrensanweisung Managementbewertung

Was sagt die Norm?

9.3 Managementbewertung

9.3.1 Die oberste Leitung muss das Qualitätsmanagementsystem der Organisation in geplanten Abständen bewerten, um dessen fortdauernde Eignung, Angemessenheit und Wirksamkeit sicherzustellen.
Die Managementbewertung muss folgende Aspekte bei deren Planung und Durchführung behandeln:

a) den Status von Maßnahmen vorheriger Managementbewertungen;
b) Veränderungen bei externen und internen Themen, die das Qualitätsmanagementsystem betreffen, einschließlich dessen strategische Ausrichtung;
c) Informationen über die Qualitätsleistung, einschließlich Entwicklungen und Indikatoren bei:

1) Nichtkonformitäten und Korrekturmaßnahmen;
2) Ergebnissen von Überwachungen und Messungen;
3) Auditergebnissen;
4) Kundenzufriedenheit;
5) Themen in Bezug auf externe Anbieter und andere relevante interessierte Parteien;
6) Eignung von Ressourcen, die für Aufrechterhaltung eines wirksamen Qualitätsmanagementsystems erforderlich sind;
7) Prozessleistung und Konformität von Produkten und Dienstleistungen;

d) Wirksamkeit von Maßnahmen zur Behandlung von Risiken und Chancen (siehe 6.1);
e) neue potentielle Chancen zur fortlaufenden Verbesserung.

9.3.2 Die Ergebnisse der Managementbewertung müssen Entscheidungen und Maßnahmen zu

a) Chancen der fortlaufenden Verbesserung,
b) jeglichem Änderungsbedarf am Qualitätsmanagementsystem, einschließlich des Ressourcenbedarfs, enthalten.

Die Organisation muss dokumentierte Information als Nachweis der Ergebnisse der Überprüfung durch das Management aufbewahren.

Kleiner Textauszug

Inhalt der Verfahrensanweisung Managementbewertung

Managementbewertung – Überwachung eines QM-Systems anhand von Management-Reviews

Verfahrensanweisung Managementbewertung (Management Review) – das Normenkapitel 9.3 aus der DIN EN ISO 9001:2015. Die Verfahrensanweisung Managementbewertung beschreibt die Überwachung und die Methoden zur Überwachung eines QM-Systems um die Fähigkeit und ständige Verbesserung aufzuzeigen um bei Defiziten Gegenmaßnahmen einleiten zu können.

Die Durchführung von QM-Bewertungen dient der periodischen Überwachung des Stands und des Fortschritts des QM-Systems sowie der Festlegung von Zielen und Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Systems. Die Managementbewertung, auch „Management-Review“ genannt, stellt den Rückblick der obersten Leitung auf das zurückliegende Geschäftsjahr dar. Als Bewertungsgrundlage werden Ergebnisse von Audits, Rückmeldungen von Kunden, die Prozessleistung und Empfehlungen für Verbesserungen herangezogen. Das Management-Review wird jährlich erstellt und ist ein K.O.-Kriterium für die Zertifizierungsfähigkeit eines Unternehmens.

Tipps im Umgang mit der Durchführung einer Managementbewertung

  1. Führen Sie die Managementbewertung häufiger durch: Wenn Sie einen Standard für Ihre Managementbewertung entwickelt haben, bietet es sich an, diese zum Beispiel vierteljährlich durchzuführen.
  2. Integrieren Sie die Managementbewertung in bestehende Geschäftsführungs- oder Abteilungsleitermeetings: Nutzen Sie solche Termine, um regelmäßig die Anforderungen aus Kapitel 9.3 und den Stand Ihres QM-Systems zu besprechen.
  3. Nutzen Sie die Managementbewertung als Basis Ihrer Strategieentwicklung: Setzen Sie die für die Managementbewertung gewonnenen Daten dazu ein, Auskünfte über den Grad der Zielerreichung zu geben. Auf diese Weise identifizieren Sie Verbesserungspotenziale, welche als Maßnahmen in den KV-Prozess mit einfließen und anhand derer Sie strategische Entscheidungen ableiten können.
  4. Lassen Sie die Bewertung nicht durch QM-Verantwortliche „vorwegnehmen“: Zwar sollten die erforderlichen Daten für die Managementbewertung gut vorbereitet werden, als oberste Leitung müssen Sie sich im Review aber selbst Gedanken dazu machen, eine Bewertung vornehmen und Maßnahmen ableiten.
  5. Berücksichtigen Sie die neuen Normanforderungen aus Kapitel 9.3: Forderungen sind hinzugekommen, wie beispielsweise die Rückmeldungen interessierter Parteien und die Angemessenheit von Ressourcen.