Energiemanagement
Frank Zalewski Keine Kommentare

Unser Energiemanagement Lexikon hilft Ihnen die wichtigsten Begriffe rund um das Thema Energiemanagement zu verstehen.

Aktionsplan
Der Aktionsplan ist eine Übersicht aller operativen Energieziele, die zur Erfüllung der Energiepolitik aufgenommen, geprüft und geplant werden.

Amortisationszeiten
Die Amortisationszeiten sind Bestandteil einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und stellen den Zeitraum dar in dem sich eine Investition rentiert. Sollen Energieeffizienzmaßnahmen bewertet werden, so kann über die Amortisationszeiten herausgestellt werden, ab welchem Zeitpunkt die Einsparungen die Investitionen decken. In der Regel bietet jeder Lieferant zu seinem Produkt oder zu seiner Dienstleistung eine Amortisationsrechnung an.

Auditor
Auditoren sind fachlich qualifizierte Personen, die Audits neutral und objektiv gemäß der vorgegebenen Anforderungen durchführen. Der verantwortliche Auditor wird auch Auditleiter genannt – die Auditoren bilden meist ein sogenanntes Auditteam aus 2 Personen.

Bindende Verpflichtungen
Der Begriff bindende Verpflichtungen umfasst im Sinne der novellierten ISO Normen rechtliche Verpflichtungen, sowie andere Verpflichtungen von Behörden, staatlichen Institutionen, Gesetzen, Urteilen oder Aufsichtsbehörden. Darüber hinausgehend können bindende Verpflichtungen auch Anforderungen interessierter Parteien sein wie z.B. Behörden, Kunden, oder freiwillige Umweltverpflichtungen. Dokumentiert werden diese bindenden Verpflichtungen im Rechtskataster.

DIN EN ISO 50001
Die DIN EN ISO 50001 stellt eine internationale Norm für Energiemanagementsysteme dar. Darin enthalten sind die Vorgaben und Anforderungen, die an Energiemanagementsysteme gestellt werden.

Dokumentierte Information
Der Begriff dokumentierte Information beinhaltet in der ISO 9001 und ISO 14001 als Sammelbegriff die dokumentierten Verfahren und Aufzeichnungen. Dokumentierte Informationen umfassen z.B. Vorgabedokumente wie Handbücher, Verfahrensanweisungen, Prozessbeschreibungen, Nachweisdokumente wie Aufzeichnungen von Schulungen und Energieteamsitzungen etc.

Energetische Ausgangsbasis
Die energetische Ausgangbasis ist eine Bezugsgröße im Energiemanagement und stellt den Start- bzw. Basispunkt für Energieanalysen dar. Zur Betrachtung der Entwicklung (Trend) der Energieeffizienz dient die Ausgansbasis als Vergleichsgröße. Die energetische Ausgangsbasis bezieht sich meist auf ein Jahr.

Energetische Bewertung
Die energetische Bewertung stellt eine detaillierte Energieanalyse der Verbraucherstruktur eines Unternehmens mit der Priorisierung von Prozessen und Anlagen für die weitere Maßnahmenplanung dar.

Energieaspekt
Steht in Verbindung mit dem Energiekonsum. Alle positiven oder negativen Effekte auf die verbrauchte Energie durch betriebsbedingte Aktivitäten sind Energieaspekte.

Energiebezogene Leistung
Die energiebezogene Leistung (auch energetische Leistung) ist ein Maß für die Leistung eines Unternehmens energieeffizient zu sein. Dieses stellt sich in Form von nachvollziehbaren, messbaren Ergebnissen im Bereich des Energieverbrauches und der Energieeffizienz dar.

Energieaudits
Energieaudits stellen die objektive Überprüfung von Prozessen, Systemen und Bereichen anhand bestimmter Vorgaben und Anforderungen (z.B. Normvorgaben der ISO 50001) dar. Unterschieden wird zwischen internen und externen Audits durch eine Zertifizierungsgesellschaft (TÜV oder DGQ etc.). Energieaudits werden in der europäischen Norm 16247-1 definiert und stellen die systematische Analyse von Energieverbräuchen, -einsätzen, -effizienzpotenzialen bis hin zur Vorstellung von konkreten Maßnahmen dar.

Energiebezogene Leistung
siehe Energetische Leistung

Energiedienstleistungsgesetz
Das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) stellt die Umsetzung der Europäischen Energieeffizienzrichtlinie in deutsches Recht dar und verpflichtet die meisten Nicht-KMU zur Durchführung eines Energieaudits, der Einführung eines Energiemanagementsystems nach DIN ISO 50001 oder den Nachweis eines Europäisches Umweltmanagements nach EMAS.

Energieeffizienz
Effizienz ist das Bestreben einen bestimmten Nutzen mit dem geringstmöglichen Aufwand zu erzielen. Energieeffizienz im Sinne der ISO 50001 ist der Betrieb von Anlagen und Prozessen unter möglichst geringem Energieeinsatz bei möglichst hohem Output.

Energieeffizienzanalyse
Unter einer Energieeffizienzanalyse versteht man die Untersuchung von energieverbrauchenden Bereichen (z.B. Standorten, Anlagen, Prozessen) im Hinblick auf Energieeffizienzpotenziale und Einsparmöglichkeiten.

Energieeffizienzpotenzial
Das Energieeffizienzpotenzial ist ein qualitatives oder quantitatives Maß zur Abschätzung einer möglichen Energieeinsparung.

Energieeinsatz
Der Energieeinsatz stellt den Energieverbrauch bezogen auf die Verbraucher dar und zeigt wofür, wie viel Energie eingesetzt wird. Der wesentliche Energieeinsatz beschränkt diese Darstellung auf die größeren Verbraucher bzw. auf die Anlagen mit den größten Effizienzpotenzialen.

Energieleistungskennzahl (EnPI=Energy Performance Indicators)
Energieleistungskennzahlen sind quantitative Größen, die in der Energieplanung gebildet werden. Sie dienen als Vergleichsgrößen um die Entwicklung der Energieeffizienz bewerten zu können.

Energiemanagement
Das Energiemanagement stellt im einfachsten Sinne die Planung und den Betrieb von allen energieerzeugenden und energieverbrauchenden Anlagen in einem Unternehmen dar. Wichtige Aspekte beim Energiemanagement sind Energieeffizienz, Klimaschutz und Ressourcenschonung.

Energiemanagementsystem
Das Energiemanagementsystem (EnMS) ist eine gezielte, systematische Form des Energiemanagements, welches z.B. auf Basis einer Norm wie der ISO 50001 (Aktuell DIN EN ISO 50001:2018) errichtet werden kann.

Energiemanagementteam
Das Energiemanagementteam unterstützt den Energiemanagementbeauftragten bei der Umsetzung und Pflege des Energiemanagementsystems.

Energiemanagementhandbuch
Das Energiemanagementhandbuch ist das zentrale Dokument des Energiemanagementsystems. Darin sind alle wichtigen Informationen, Verantwortlichkeiten, Prozesse, Anweisungen und Dokumentverweise enthalten.

Energieplanung
Die Energieplanung oder auch energetische Planung stellt einen Planungsprozess dar, der die kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz zum Ziel hat und im Einklang mit der Unternehmenspolitik steht. Bestandteile der Energieplanung sind z.B. die Überprüfung der Einhaltung rechtlicher Vorgaben, die Definition von Energiezielen und die Planung und Durchführung der Energieanalyse.

Energiepolitik
Die Energiepolitik stellt die Erklärung des Top-Managements zur kontinuierlichen Verbesserung und weiteren übergeordneten Absichten hinsichtlich der energiebezogenen Leistung dar.

Energierecht
Das Energierecht umfasst alle Gesetze, Verordnungen und Normen des Bereiches Energie, die für das Unternehmen relevant sind.

Energiesteuergesetz
Das Energiesteuergesetz regelt im Wesentlichen die Besteuerung von Energieträgern wie Öl, Gas, Kraftstoffe, Biogase, Flüssiggase und Kohle.

Energieträger
Als Energieträger werden Stoffe/Materialien bezeichnet, welche nutzbare/umwandelbare Energie beinhalten.

Energieverbrauch
Der Energieverbrauch stellt (im Sinne der ISO 50001) die Gesamtheit aller vom Unternehmen umgesetzten Energieträger dar.

Energieziel
Die Energieziele stellen die strategischen und operativen Ziele eines Unternehmens im Bereich Energie dar.

High Level Structure
Als High Level Structure wird die übergeordnete Gliederung bezeichnet, die den Aufbau neuer und überarbeiteter ISO Managementsystem-Standards vereinheitlichen soll. Das Ziel der High Level Structure ist der einheitliche Gebrauch von Kerntexten und Begriffen und ein besseres Verständnis der Normen.

ISO 50003
Die ISO 50003 ist eine Erweiterung der ISO 50001, die unter anderem die fortlaufende Verbesserung der energiebezogenen Leistung fordert.

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
In vielen betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Bereichen ist die Größe eines Unternehmens ein ausschlaggebendes Kriterium zur Festlegung bestimmter Grenzen. Insbesondere die Abgrenzung zwischen den „kleinen und mittleren Unternehmen“ (KMU) und den „großen Unternehmen“ (Nicht-KMU) ist dabei entscheidend. Die Definition der KMU erfolgt weitestgehend durch eine von der EU herausgegebenen KMU-Definition, welche u. A. Schwellenwerte für Mitarbeiterzahlen und Unternehmensbilanzen sowie Verbundkonstellationen mehrerer Unternehmen berücksichtigt.

Kommunikation
Die Kommunikation im Sinne des Energiemanagements stellt die Berichterstattung und das Mitteilungswesen zur Verbreitung von Informationen bzgl. des EnMS, wie z.B. Ziele und Ergebnisse, dar. Auch die Einbindung eines Verbesserungs- oder Vorschlagswesens ist vorgesehen.

Kontinuierlicher Verbesserungsprozess
Die kontinuierliche Verbesserung stellt einen wiederkehrenden Prozess dar, dessen Ziel es ist, die energetische Leistung und das Energiemanagementsystem beständig zu verbessern und weiter zu entwickeln.

Korrektur
Korrekturen (auch Korrekturmaßnahmen) sind im Sinne des Energiemanagementsystems dann durchzuführen, wenn Abweichungen von systemrelevanten Vorgaben (Nichtkonformitäten) festgestellt werden.

Lastgang
Der Lastgang (auch Lastprofil) ist im Allgemeinen eine grafische Darstellung eines Messwertes im zeitlichen Verlauf. Lastgänge werden häufig zur Veranschaulichung des Energiebedarfs bzw. der Leistungsaufnahme für einen bestimmten Zeitraum verwendet (z.B. elektrische Energie, Gas).

Managementbewertung (Management-Review)
Die Managementbewertung ist ein Prozessschritt in Managementsystemen bei dem das TOP-Management sich über die Ergebnisse und den Stand sowie über Maßnahmen informiert und ein Statement dazu abgibt.

Nichtkonformität
Eine Nichtkonformität stellt eine Abweichung von einem vorgegebenen Prozess bzw. eine Nichterfüllung von Normanforderungen des Managementsystems dar.

PDCA-Zyklus
Der PDCA-Zyklus ist ein Begriff aus dem Bereich der Managementsysteme. Er beschreibt die kontinuierliche Verbesserung anhand vier wiederkehrender allgemeiner Prozessschritte: Plan – Do – Check – Act (Planen – Ausführen – Kontrollieren – Anpassen).

Energierechtskataster
Das Rechtskataster ist eine Übersicht aller für ein Unternehmen relevanten Gesetze, Verordnungen und Normen des Bereiches Energie. Es muss regelmäßig aktualisiert und bewertet werden.

Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung
Die Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV) regelt die Anforderungen an Energie- oder Umweltmanagementsysteme für Unternehmen. Durch einen Nachweis nach SpaEfV können Unternehmen des produzierenden Gewerbes die Rückvergütung von Teilen der Strom- und Energiesteuer beantragen.

Stromsteuergesetz
Das Stromsteuergesetz regelt die Besteuerung von elektrischer Energie.

Top-Management
Das Top-Management stellt die oberste Leitungs- und Führungsebene in einem Unternehmen dar. Wir sprechen in unseren Blogbeiträgen meist von oberster Leitung.

Vorbeugungsmaßnahme
Vorbeugungsmaßnahmen sind Maßnahmen zur Beseitigung von Fehlern im Managementsystem, die zu einer Abweichung führen können.

Zertifizierung
Die Zertifizierung stellt die Erteilung eines Zertifikates für einen bestimmten Normstandard (hier DIN EN ISO 50001:2018) im Anschluss an den Zertifizierungsprozess dar.


Teil 1: Gründe und Vorteile zur Einführung eines Energiemanagementsystems.
Teil 1.1: Energiemanagement-Förderung
Teil 1.2 Energiepolitik
Teil 2: Schritte zur Einführung eines Energiemanagementsystems.
Teil 2.1: Der Energiemanager
Teil 3: Festlegung der Bilanzgrenzen.
Teil 3.1: Der Energiebewertungsplan
Teil 4: Dokumentation eines Energiemanagementsystems.
Anhang Abkürzungsverzeichnis
Anhang Energiemanagement-Lexikon

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